Neue Platten

David Helbock Trio - Aural Colours

Genre: Jazz
Label: Traumton Records (Indigo)
CD, VÖ: - 09.01.2015

Der musikalische Output von Pianist David Helbock ist schon mal mit Vorsicht zu genießen. In diesem Zusammenhang verweisen wir gerne auf das Album Diagonal, das er 2011 zusammen mit dem Geiger Simon Frick eingespielt hat. Ein, gelinde gesagt, ziemlich experimentelles Werk. Dass es aber auch anders geht, beweist „Aural Colors“, das der Vorarlberger zusammen mit dem Drummer Herbert Pirkner und dem Bassisten Raphael Preuschl in die Jazzspur gesetzt hat. Vor allem geht es hier um die Rückbesinnung auf das Essentielle, um die transparente Umsetzung von musikalischen Ideen. Helbocks Meinung nach läuft eben letztenendes doch alles auf mechanische Arbeitsmaßnahmen hinaus. Da kann die Elektronik noch so viele Alternativen bieten. Folglich steht hier der Flügel mit all seiner akustischen Vielfalt im Mittelpunkt des Geschehens. So zum Beispiel in einer Trilogie über Arnold Schönbergs Klaviermusik, die Helbock mit eigenen Noten weiterdenkt. Zum Zuge kommen aber auch Helbocks „all-time-Favourits“ wie Thelonious Monk oder der Brasilianer Hermeto Pascoal. Beiden Musiker widmet er stilvolle und sensible Stücke. Unerwähnt sollte auch keinesfalls das kuriose Stück „Öpfili, bist so kugelrund“ bleiben, ein zu einem jazzigen Kunststück aufgemöbeltes österreichisches Volkslied. Was aber wäre furiose Klavierarbeit ohne adäquate Begleitung. Schlagzeuger Herbert Pirkner setzt seinen Perkussionsquirl punktgenau und, wo notwendig, sehr druckvoll ein, Raphael Preuschl liefert den viersaitigen Unterbau dazu. Das besondere hierbei: Preuschl erzeugt die tiefen Töne durchgängig mit einer Bass-Ukulele. Wir sind also wieder einigermaßen versöhnt mit David Helbock. „Aural Colors“ ist packende Trio-Musik, in Szene gesetzt von vortrefflichen Akteuren.

www.davidhelbock.com

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