Neue Platten

Annique - Heads Up

Genre: Indie Pop
Label: Asphalt Tango (Indigo)
CD, VÖ: - 23.01.2015

Längere Freundschaftsbeziehungen zahlen sich auch im Popbusiness mitunter ganz gut aus. Wenn Annique nicht irgendwann ihrem jetzigen Ko-Produzenten Koby Israelite über den Weg gelaufen wäre, wer weiß, was dann aus ihrem Album „Heads Up” geworden wäre. Wenn es überhaupt geworden wäre.
Annique und Koby leben in London, neben New York einer der am aktivsten blubbernde Multi-Kulti-Kopftöpfe der Erdkugel. Und da Koby - wie auf seinem Album „Blues From Elsewhere” zu hören - ein ausgewiesen experimentierfreudiger Hans Dampf in allen Gassen ist, wundert es nicht, dass auch „Heads Up”, das als chartträchtiges Pop-Album angelegt ist, viele Crossoverelemente zu Jazz, Weltmusik und Rock aufweist. Hinzu kommen noch Anniques Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Mike Skinner aka „The Streets”, den „Gorillaz” oder einem Drum ’n’ Bass-Kolletiv. Ihr Solo-Einstand kann sich also sehen, aber vor allem hören lassen.
Saftige Stücke, die nicht selten an Konkurrentinnen wie Winehouse (†) oder Adele erinnern oder ein Stück wie „Loved not understood”, das dem Balkan angenähert ist, legen die Vermutung nahe, dass hier ein besonderes Augenmerk auf Viel­seitigkeit gelegt wurde. Denn auch „It’s Life” klingt trotz englischer Wortwahl irgendwie sehr französisch und „Fallin’” beginnt mit einer Flamenco-Gitarre und setzt sich mit südamerikanischem Rhythmus und beschwingter Leichtigkeit fort. Ein klasse Album, wie wir meinen, das in voller Länge überzeugen kann.

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