Neue Platten

Renegades of Jazz - Paradise Lost

Genre: NuJazz / Club / HipHop
Label: Agogo Records (K7/Indigo)
CD, Doppel-LP, VÖ: - 23.01.2015

Wenn etwas vortrefflich beginnt, stellt sich gleich die Frage, ob das Niveau auch dauernd gehalten werden kann. Bei „Paradise Lost” jedenfalls ist der Einstieg (also die ersten beiden Tracks) schon mal ziemlich cool ausgefallen. Düsterer Instrumental-TripHop-Sound, flirrende Streicher, gespenstische Bläser, eine zarter Frauenchor, eine elegische Bass-Klarinette, Kontrabass, knackige Beats, quiekende Trompete. Da hat sich David Hanke, im Nebenberuf DJ im Hamburger Mojo Club, wahrlich was Starkes einfallen. So könnte es noch ein Weilchen weitergehen. Dann jedoch folgen acht Stücke, bei denen die Stimme im Mittelpunkt steht. Karin Ploog (Gesangsdozentin aus HH), Jane und Dylan Kennaway (britische Pop-Sängerin der 80er mit Sohn), Grag Blackman (englischer Songwriter, Koops mit u.a. DJ Vadim), Chima Anya (Rapper aus Nigeria) sowie Aspects (HipHopper aus Bristol) verflachen etwas den ersten guten Eindruck. Die Vertreter des Pop sind kaum in der Lage, aus ihren eingefahrenen Bahnen auszubrechen und produktives Neuland zu betreten, und die rappenden Teilnehmer kommen über einen pseudo-intelligenten Proll-Auftritt nicht hinaus. Die letzten beiden Stücke knüpfen dann wieder an den Anfang an. Schade um den Mittelteil, denn Hanke hat sich mit seinem Werk nicht nur sehr viel Mühe gemacht, sondern auch dem britischen Poeten John Milton ein kleines Denkmal gesetzt, indem er dessen berühmtes Gedicht „Paradise Lost” als Initial­inspiration für die Tracks auserkoren hat. Fazit: Insgesamt gut, aber mit einigen Abstrichen bei den nur durchschnittlichen Gesangsinterpreten.

www.renegadesofjazz.com
www.agogo-records.com