Neue Platten

Fraser Anderson - Little Glass Box

Genre: Singer/Songwriter
Label: Membran Records
CD, VÖ: - 30.01.2015

Fraser Anderson ist ein Musiker, der sich nach Süden orientiert. Seine erste CD nahm er 2003 in seiner Heimat Schottland auf, die nächste kam 2007 in Paris zur Welt und die dritte, also „Little Glass Box” wurde am Fuß der Pyrenäen eingespielt. Eine ziemlich inspirierende Gegend für einen Singer/Songwriter, wie es scheint, denn es ist ein sehr intimes, romantisches und nach heutigen Mäßstäben auch ein sehr redliches Album geworden. Ohne überflüssigen Schnickschnack, dafür aber überaus gut sortiert, vor allem was die personelle Seite angeht.
Doch zunächst zu Anderson: der leicht kauzig wirkende Typ spielt vor allem akustische Gitarre, aber auch Melodika. Seine Stimme ist das ganze Gegenteil von einem kraftvoll grummelnden Bass, sie klingt eher unaufgeregt bis geschmeidig und reicht mitunter bis in den Kopfstimmenbereich. Typisch Singer/Songwriter eben. Den schottischen Akzent hört nur der, der ganz genau aufpasst. Viel Wert hat Faser Anderson auf seine Unterstützer gelegt, allen voran Max Middleton am Fender Rhodes. Seine glasklaren, perlenden Läufe verzieren so einige der zwölf Stücke. Aber auch Paul Tieran an Mandoline und Banjo hinterlässt einen durchaus einfühlsamen Eindruck. Danny Thompson (der 76-jährige, legendäre Sideman von Pentangle bis Kate Bush und David Sylvian), bewegt den Bass, Dick Pearce bläst ein zartes Blech und der Sade-Schlagzeueger Martin Ditcham übt sich in angemessen milder Perkussion. Ein Lineup, das sich gewaschen hat.
Simon Holland vom Folk Radio UK stufte dieses Album als „lovely lovely record” ein. Etwas konkreter könnte man mit den Vokabeln „profund, gradlinig oder sensibel” werden. Wer jetzt immer noch nicht einen Blick in die kleine Glasschatulle riskieren möchte, dem ist wirklich nicht zu helfen.

www.fraseranderson.com