Neue Platten

Allan Harris - Black Bar Jukebox

Genre: Soul Jazz
Label: Must Have Jazz (Membran Records)
CD, VÖ: - 20.02.2015

Dieses Album lässt sich vortrefflich zu einem Pro und Contra-Thema machen, denn einiges an ihm beeindruckt, einiges dagegen rollt einem die Fußnägel hoch. Zuächst die Positiva: Allan Harris ist ein brillanter Sänger und Musiker sicher auch. Seine warme Bariton-Stimme schmeichelt der Seele und strahlt eine hohe Professionaliät aus. Harris’ Vita ist zudem tiefschwarz und geprägt von sattem Soul-Verständnis, stammt er doch aus dem schwarzen Ghetto New Yorks, aus Harlem. Der Großteil seines 13-teiligen Sets hat jedoch leider die Anmutung eines versnobbten Crooner-Amerikas, das schon durch die Welt eines Frank Sinatra zu einem typisch amerikanischen und daher nur schwer zu ertragenden Höhepunkt geführt wurde. Songs wie „Catfish”, „I’ve got the blues” oder „You make me feel so young” passen also besser auf eine schnieke Cocktailparty der Upperclass, als in das Repertoire eines schwarzen Musikers, der etwas auf sich und seine Herkunft hält. Zugute halten muss man Harris jedoch, dass er versucht, seinem Album den Charakter eines vielseitig bestückten Musikautomaten zu verleihen, was aber immer auch die Gefahr einer Anbiederung ans weiße Establishment in sich trägt. Und mit o.g. Songs gelingt ihm das perfekt, wenn er beispielsweise einen Bennie Taupin / Elton John-Song interpretiert. Andere Songs wiederum könnte man eher als ziemlich cool bezeichnen, denn ein Blues wie „My Funny Valentine” hat schon was, obwohl auch dieser Song aus weißen Federn stammt. Von diesem Qualitätslevel hätte man sich aber mehr gewünscht. Es geht also ständig hin und her, Achterbahn rauf und runter. Ein Terry Callier ist da aber letzt­endlich wesentlich glaubwürdiger (gewesen).

www.allanharris.com