Neue Platten

Free Nelson Mandoomjazz - Awakening of a Capital

Genre: Doom Jazz
Label: Rare Noise Records
CD, LP; VÖ: - 02.03.2015

Wir können es gar nicht oft genug posaunen: „Bohren und der Club of Gore” ist eine der geilsten Band auf diesem Planeten. Was sie machen ist grob umrissen „Doom Jazz”, dunkelste SloMo-Beats aus der Gruft, tageslichtscheue Chamäleon-Mucke. Nachahmer gibt es wenige, und noch weniger gute. Das schottische Trio mit dem wundersamen Namen „Free Nelson Mandoomjazz” schickt sich nun ebenfalls an, harzigen Doom-Jazz zu produzieren. Sax, Bass und Drums als Werkzeuge, mehr nicht. Nicht alltäglich: das Horn bläst eine Frau, Rebecca Sneddon, eine sicher nicht schlecht aussehende Brünette mit dem Lungenvolumen eines Zeppelins und einem Musikverständnis, das dem einer Hedvig Mollestad nicht unähnlich sein dürfte. Der Rest wird von zwei Herren übernommen. Im direkten Vergleich zu den Bohrern verzieren die Schotten ihren Sound noch zusätzlich mit sogenanntem „Noise“, gemäß ihrem Label „Rare Noise”. Blendet man die krachigen Passagen einmal aus, bleibt eine nicht zu verachtende Konkurrenz zu den Jungs aus Mülheim a.d. Ruhr. Allerdings mit wesentlich mehr bpm als Grundsubstanz und nicht ganz so rabenschwarz. Bei dem Titel „The Pillars of Dragon” meint man sogar noch ein paar Streicher auszumachen, gegen Ende der Zeremonie jedoch fasert alles auseinander und alles verheddert sich im Tohuwabohu. Das Stück „Erich Zann” dagegen taucht wieder tief ein in das schwarze Loch der Doomer, bleibt aber dankenswerterweise eher wohlklingend, auch wenn sich Frau Sneddon viel Mühe mit der akustischen Dekonstruktion macht. Was lernen wir daraus? Doomjazz ist nicht gleich Doomjazz. Die schottische Variante ist auf jeden Fall etwas wuchtiger und wieder mal nur etwas für Spezialisten.

www.rarenoiserecords.com