Neue Platten

Push Up - The Day After

Genre: Soul Funk Rock
Label:En Même Temps / Jazz Village (Harmonia Mundi)
CD, VÖ: - 13.03.2015

Push-Up – kennt man ja eigentlich eher aus der Damenoberbekleidungsbranche. Hier aber steht dieser Begriff für eine französische Band, die sich mit schwarzem Soul und Funkrock über Wasser hält und die ihr Album „The Day After“ bei einem Jazz-Label veröffentlicht hat.
Anführer der Truppe sind der Flötist und Sänger Ji Drû, der Vokalist Karl the Voice, der Spoken-Word-Rapper Allonymous sowie die Jazz-Sängerin Sandra Nkaké.
Aber trotz aller francophonen Zutaten klingt die Band alles andere als schnieke und elegant, eher relativ ruppig und straight forward, die Sache riecht ein wenig nach Hardcore. Einige behaupten sogar, der Sound läge irgendwo zwischen den Gorillaz, Gnarls Barkley und Funkadelic.
Kein Wunder: die Riffs von Gitarrist Matthieu Ouaki sind hart wie ein Brett, garniert mit viel Verzerrer und WahWah, Drummer Nico Rajao prügelt wie ein Berserker und die beiden männlichen Vokalisten sprechen breitestes Kaugummi-Englisch. Auch bei der Stimme von Sandra Nkaké meint man eher den Spirit der Bronx zu spüren, als den einer examinierten Jazz-Sängerin aus dem Franzosenland. Mit anderen Worten: Push Up sitzen mitten drin in der Black Music der späten Siebziger, nur daß der zupackende Sound definitiv ein Produkt der Jetztzeit ist, sie haben Biss und Substanz, sind zum Teil sogar ziemlich knuffig ausgearbeitet und vermitteln keinesfalls den Eindruck, zwischen Tür und Angel zusammengeschustert worden zu sein. Der Groove stimmt, die Beats auch und die etwas rauhe Gangart wird glücklicherweise nicht dauerhaft durchgezogen. So erhält man ein abwechslungsreiches Album, das gegen Ende sogar richtig jazzy-funky-dubby-reggae wird.

www.enmemetemps.com