Neue Platten

Rare And Soundful Pearls From South Africa In Dub - (V. A.)

Genre: Dub / Ragga / Downbeat
Label:African Dope Records / Echo Beach (Indigo)
CD, VÖ - 23.02.2005

Im Dub ist derzeit Dezentralisation angesagt. Weg von den altbekannten Brennpunkten New York oder London, hin zu den Echospezialisten, die am geographischen Rand unseres Globus die Erde zittern lassen. Südafrika ist bekanntermaßen nicht nur ökonomisch ein Land das boomt, sondern auch musikalisch geht da böse der Punk ab. Speziell die HipHopper können darüber einen derben Freestyle runterbeten und nun bekommen wir die seltene Gelegenheit, ein paar zackige Dub-Profis vom Kap der Guten Hoffnung kennenzulernen.
Vollgepackt bis unter die Halskrause hat Echo Beach seinen „South Africa in Dub”-Sampler und der präsentiert smarten Township-Dub und seine mannigfaltigen stilistischen Ableger, die sich vor Größen wie Bill Laswell oder Adrian Sherwood nicht zu verstecken brauchen. Auffallend bei der südafrikanischen Personaldecke ist, daß sich schwarze und weiße Interpreten so ungefähr die Waage halten, wobei die schwarzen MCs wie der Chronic Clan oder das Duo Ghettomuffin vorwiegend die Ragga-, Soul- und Dancehall-Schiene bedienen und die weißen Dubmaster wie Felix Laband, die Kalahari Surfers oder DJ Dope sich mehr an experimentelle Elektro- bis Downbeat-Collagen halten.
Die 2001 reformierten Kalahari-Surfers unter der Leitung von Warrick Sony kommen auf diesem Sampler gleich vier mal zu Wort, zumeist mit Auszügen aus ihrem Album „Akasic Record” – ein Bastelbaukasten aus Post-Techno-Schnipseln, Ethno-Samples und manchmal etwas recht langatmigen Loops. Interessanter ist da schon der Track aus ihrem neuesten Werk „Muti Media”, wo sich Dub-Poet Lesengo Rampolokeng gekonnt als südafrikanischer Linton Kwesi Johnson in Szene setzt.
Nachdem was man dieser Platte entnehmen kann, scheint sich Cape Town samt seinen Flats zu einem wichtigen Zentrum zu entwickeln, wo leichtfrüßig getänzelt, schwer gebrummelt, trippig gejazzt und filmreif gebollert wird, und das alles im Namen des Echos. Auch wenn das Booklet etwas nachlässig erstellt wurde (diverse Druckfehler und Künstlerfotos, die man nicht zuordnen kann) ist die CD dennoch einen raschen Zugriff wert.

www.echobeach.de
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