Neue Platten

Hindi Zahra - Homeland

Genre: Singer/Songwriter Pop
Label: Parlophon (Warner)
CD; VÖ: - 10.04.2015

„Manchmal erinnert sie an Norah Jones, Sade und Billie Holiday …“, schrieb die in Musikangelegenheiten äußerst kompetente Huffington Post. Was natürlich völliger Humbug ist. Die Marokkanerin Hindi Zahra hat mit „Homeland“, ihrem zweiten Album nach Hand Made, ein zwar sehr eingängiges und beseeltes Album abgeliefert, das aber meilenweit entfernt ist von mainstreamigem Diva-Pop. Und wenn man schon Vergleiche ziehen will, dann doch bitte mit der Brasilianerin Cibelle, die zumindest mit ihrem Debutalbum „Las Vênus Resort Palace Hotel“ auf ähnlichem Terrain unterwegs war und auch stimmlich eine passende Parallele liefert. Aber von der hat der HP-Schreiber sicher noch nie etwas gehört.

Hindi Zahra bietet jedenfalls elf neue Perlen, die allesamt etwas Magisches verströmen, das man im gehobenen Pop nur selten findet. Samtig weich sind die Kompositionen, federleicht und voll von Melancholie und innerer Balance, nicht weit entfernt von bewußtseinserweiternder Musik, aber dennoch weit genug entfernt von billiger Sphären- oder Ambientmucke. „Homeland“ hat sie zusammen mit dem marokkanischen Musiker und Perkussionisten Rhani Krija aus Essaouira (jetzt Köln) in Angriff genommen, der bereits mit Dominic Miller oder Holger Czukay gearbeitet hatte. Diese konstruktive Kombination hat reife Früchte getragen, die aus allen Ecken der Welt zusammengesammelt wurden. Südamerika, Nordafrika und das alte Mittelmeereuropa sind nur einige Stationen, wo sich dieses vielseitige Album tummelt. Entsprechend multilingual sind die Texte. Hindi Zahra hat ihr neues Album „Homeland“ getauft und das impliziert eine gewisse Rückwärtsbewegung, zurück zu ihren Wurzeln. Ein Trip der sich ganz klar gelohnt hat. 50 Minuten großartiger, charmanter Indie-Pop.

www.hindi-zahra.com