Neue Platten

IKI - Lava

Genre: Vokal experimental
Label: Nordic Notes (Broken Silence)
CD, VÖ: - 17.04.2015

Eigentlich kann fast jedes Land auf eine mehr oder weniger intensive Gesangskultur verweisen. Beim Stichwort Balkan kommen einem vor allem die Bulgarian Voices Angelite in den Sinn oder die vielen a-cappella-Ensembles aus Serbien. Das Baltikum kann auf das Sängerfestival in Tallinn verweisen und in Südafrika haben wir die Damen von Ladysmith Black Mambazo.
Aber bleiben wir im Norden. Dort gibt es seit gut fünf Jahren das Ensemble IKI, bestehend aus Sängerinnen aus Dänemark, Norwegen, Finnland und Island in wechselnder Besatzung. Deren Bestreben ist es nun aber nicht, brav den Volksmusik-Kanon Skandinaviens herunterzusingen. Vielmehr hat ihr ungewöhnlicher Mix aus freier Improvisation, Sakralmusik, Klassik, Jazz und Folk etwas sehr Avantgardistisches. Das Album „Lava” (nomen est omen) verdeutlicht das auf eindrucksvolle Weise. Und damit ist gemeint, dass man auf alles gefasst sein sollte. Von vokaler Kakophonie bis zu eher eingänglichen Tracks mit Gitarrenbegleitung. IKI ordnen sich keinerlei bekannten Strukturen unter. Die Mädels begreifen sich und ihre Musik als Ausdruck von extremer Kreativität, wie sie im Bereich Gesang nur in seltener Form anzutreffen ist. Es blubbert und zischt, es knarzt und quiekt, mal hört man englisch als Sprachvehikel, mal seltsame Phantasielaute. Wer also eher auf stimmliche Extase steht, auf vokal Abgedrehtes, der findet hier eine gute halbe Stunde lang ordentlich Futter.

www.ikivocal.com