Neue Platten

Denai Moore - Elsewhere

Genre: Indie Pop
Label: Because Music (Warner)
CD; VÖ: - 17.04.2015

Debutalben haben meistens etwas sehr Erfrischendes, Unverbrauchtes. Auch bei Denai Moore’s Erstling ist das so. Die junge Sängerin aus London hat zwar ihre Wurzeln auf Jamaica, aber das was sie auf „Elsewhere” präsentiert, ist alles andere als Reggae. Vielmehr geht die Sache stark in Richtung Singer/Songwriter, hin zu einem folkigen Indie-Pop, vielleicht vergleichbar mit dem Output von Lauryn Hill.
Moore’s melancholischen Songs haben die Intensität einer anspruchsvollen Chill-Session, man kann sich also schnell in ihnen verlieren. Dank ihrer souligen, manchmal etwas brüchig klingenden Stimme gelingt es der Sängerin, ziemlich schnell eine Atmosphäre aufzubauen, in der man sich sehr wohl fühlt. Und dieses Behagen hält über die gesamte Länge der zwölf Songs an. Die sich eventuell aufdrängende Vermutung, dass solch eine vermeindlich kontrastfreie Schwingung auch schnell wieder langweilig werden kann, kann dadurch widerlegt werden, dass das Album mit mehrmaligem Anhören wächst, d.h. die einzelnen Songs entfalten - je mehr man sie hört - langsam aber stetig ihre Wirksamkeit. Die Instrumentierung reicht von sparsamer Gesang/Gitarre-Struktur bis hin zu einer kompletten Bandarchitektur: Elektronische Beats, Keyboards, Piano, wirkungsvolle Perkussions. Das bestechendste aber sind die klaren Gesangslinien, die betörenden Vokal-Harmonien und das, was man gerne als „Großes Kino” bezeichnet: raumgreifende Kompositionen, die einen immer wieder mitziehen. Ein vielversprechender Neuzugang in der Pop-Manege.

www.denaimoore.com