Neue Platten

Filippa Gojo - Vertraum

Genre: Stimme solo
Label: AJazz (NRW-Vertrieb)
CD, VÖ: - 30.04.2015

Auch wenn sich die Sängerin Filippa Gojo im Kreise einer personell gut ausgestatteten Jazzband offensichtlich sehr wohlfühlt, hat sie es sich nicht nehmen lassen, mal etwas ganz anderes, etwas Egozentrisches, auf die Füße zu stellen: Eine Solo-CD nämlich, bei der es wirklich nur um das geht, was ihr die Genetik mit in die Wiege gelegt hat: eine perfekte Stimme. Die aussgebildete Gesangspädagogin und Komponistin aus Bregenz hat ihren Wirkungskreis jetzt vorwiegend in und um Köln eingerichtet. Der Albumtitel „Vertraum” ist im übrigen auch kein Rechtschreib­fehler, sondern beruft sich auf die mannigfaltigen Anwendungsmöglichkeiten der Vorsilbe „ver…”. So kann „Vertraum” unter Umständen das Ende eines Traums sein oder einfach nur eine phonetische Variante von „Vertrau’n”. Und vertrauen kann man diesem Album sicherlich, auch wenn wir mit Gojos CD Nahaufnahme aus dem Jahr 2013 nicht immer im Einklang waren.
„Vertraum” jedenfalls ist ein klares und unmissverständliches Statement in Sachen Stimme. Selten hört man ein so klares und ausgeglichenes Organ. Und um die Sache nicht völlig als A-Cappella-Werk in den Raum zu stellen, verwendet Filippa Gojo noch eine Kalimba (eine Art Daumenklavier) und eine indische Shruti-Box (eine Art Handharmonium) als Begleitinstrumente. Auf neun Tracks breitet sie dann alles aus, was ihr vokal so in den Sinn bzw. zwischen die Stimmbänder kommt. Das reicht sprachlich vom vorarlberger Dialekt über das Hochdeutsche bis zum Englischen und klanglich von belcanto bis zu experimentellen Einlagen. Eine CD, mit der man sich garantiert nicht langweilt, denn hier kommen Anmut und Können zusammen.

www.filippagojo.de

In diesem Zusammenhang:
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