Neue Platten

John Metcalfe - The Appearance of Color

Genre: Indie Pop Ambient
Label: Real World Records (Rough Trade)
CD; VÖ: - 12.06.2015

John Metcalfe kennt man nicht so sehr als eindrucksvollen Musiker, eher als Komponist und Arrangeur, der durch seinen Hang zu Streichermusik bereits die Werke von Künstlern wie Morrissey, Coldplay, Blur oder die Simple Minds veredelt hat. Der Drang, sich selbst in den grellen Vordergrund zu stellen, war bislang wenig entwickelt, bricht sich jetzt aber mit diesem Album Bahn, das dann auch noch „The Appearance of Color” heißt. Man ahnt es schon, es geht hier hauptsächlich um gemalte Musik, um Klangfarben und Licht- bzw. Schattenspiele. Dennoch spielt das rhythmische Element keine unbedeutende Rolle, immer wieder blitzen post-drum ’n’ bass- Elemente auf und takten manche Stücke recht kurzweilig. Vor allem der Session-Drummer Andy Gangadeen stolpert hier von einem technoiden Stakkato ins andere. Dazwischen dann wieder viele Ambientsounds, die an’s „Piano” erinnern, die aber auch von einem Iarla Ó Lionáird stammen könnten, dem irischen Wanderer zwischen Afro-Celt und Brit-Folk. Bei einem Titel hilft die Sängerin Natasha Khan aus. Der Opener „Sun” ist mit über 20 Minuten Spielzeit der längste Track. Der Rest besteht aus wesentlich kürzeren Kompositionen zwischen Piano-Forte, gestrichener Kammermusik und elektronischen Harmonien. Metcalfe nennt das „horizontale” Musik. Im Prinzip ist im ersten Stück alles untergebracht, was Metcalfe so alles auf dem Herzen hat. Tracks 2 bis 9 kauen das alles noch mal wider. Unser Urteil: Gutes Chill-Album mit eingebauten Wachrüttel-Passagen.

www.john-metcalfe.co.uk