Neue Platten

Kumbia Queers - Canta Y No Llores

Genre: Cumbia and beyond
Label: Horario Invertido (Eigenvertrieb)
CD; VÖ: - 23.06.2015

Aus Queens mach Queers. Aus Königinnen mach Lesben. Da weiß man doch gleich, wo bei den Kumbia Queers der Hammer hängt, denn die Frauenband aus Argentinien geht weit über das hinaus, was man sonst so an Cumbia oder cumbiaähnlicher Musik gewohnt ist. Ihr Ansatz ist weiter gefasst, beinhaltet Schlager genauso wie HipHop, Punk genauso wie Reggae und Pop genauso wie Folklore oder Surfrock. Die 0815-Cumbia ist für die fünf ex-Punkerinnen jedenfalls sterbenslangweilig und wird hier ordentlich umgemodelt. Herausgekommen ist die sogenannte Tropi-Punk-Cumbia. Schaukel­rhythmus für Fortgeschrittene. Erlaubt ist, was Spaß macht – scheuklappenfrei, versteht sich. Traditionelle Weisen in ihre Einzelteile zerlegen, anders bzw. schräg neu zusammengebaut und mit Untypischem erweitert, das ist die Devise dieser nonkonformistsischen Frauenband. Und so kommt es, dass das Ganze mitunter etwas unhomogen wirkt. Einerseits deftig rockig, um nicht zu sagen rotzig, andererseits bis an die Schmerzgrenze poppig, dass man an Baccara (Yes sir, I can boogie) oder an Jeanette (Porque te vas) denken muss. Cumbia-basierte Partymusik eben, bei der alles erlaubt ist. Sogar griechischer Tsifteteli wird hier mit Hilfe der Surfgitarre respektlos verbaut und mit mexikanischer Rhythmik gekreuzt, so geschehen beim Titel „Misirlou”. Die lateinamerikanischen Riot-Girls lassen es jedenfalls ordentlich krachen.

www.kumbiaqueers.com.ar