Neue Platten

Eveline Hall - Just A Name

Genre: RockPop
Label: Ponk! Bring Me Home (Membran)
CD; VÖ: - 26.06.2015

Man kann von Glück sagen, wenn man mit 70 noch so umtriebig und so unternehmungslustig ist wie Eveline Hall. Was in dem Fall aber auch kein echtes Wunder ist, denn immerhin war sie Modell, Prima-Ballerina und danach Showgirl in Las Vegas - da ist man diszipliniert genug, weder geistig, noch körperlich, Fett anzusetzen. Und wer dann im hohen Alter auch noch genug Perspektiven hat, ist fein raus. Hinzu kommt, dass die ehemalige Schauspielerin eine ganz passable Stimme hat. Und so setzte sich ein Floh namens Rocksängerin in ihr Ohr. Leider waren aber weder Halls Musen, noch deren Geschmacksberater gerade die innovativsten und so kommt es, dass „Just A Name“ einerseits dank der inzwischen 70jährigen Protagonistin zwar ungewöhnlich, andererseits dafür aber noch lange nicht zwingend richtig gut ist. Und das ist schade. Denn Eveline Hall hat Potenzial, das aber hier weder bei den Arrangements noch über die Musiker genutzt wurde. Gegenbeispiel Marianne Faithful. Ähnliches Alter, ähnliche Stimme, aber doch um einiges substanzreicher in der Performance. Die Rocknummern des Albums wirken allgemein flach und den Chansons mangelt es an Gefühl. Na ja, und die beiden Cover-Tracks der „Animals“ und „Doors“ sind ebenfalls deutlich zu flau.
Eveline Hall ist leider kein Pop-Profi und hat sich daher Dutzendware als etwas künstlerisch Wertvolles unterjubeln lassen.

www.membranmedia.de/EvelineHall