Neue Platten

Faris - Mississippi To Sahara

Genre: Desert Blues
Label: Wrasse Records (Harmonia Mundi)
CD; VÖ:: - 26.06.2015

Das Thema „Desert Blues“ ist natürlich kein neues mehr, die Großen dieser Abteilung, allen voran der 2006 verstorbene Ali Farka Touré, arbeiten schon lange an der Verbindung zwischen Sahara- und amerikanischer Südstaatenmusik. Immer mal wieder gesellt sich ein neuer Interpret hinzu, in diesem Fall ist das Faris, ein Halbblut, würde man den Indianern sagen. Vater Italiener, Mutter Touareg. Er pendelt beständig zwischen Afrika und Europa hin und her und diese Tatsache bietet ihm die Möglichkeit, etwas cosmopolitischer mit diesem Thema umzugehen. Seine 10 Tracks bringen dennoch nicht viel mehr neue Aspekte in dieses Genre ein, wenn man einmal davon absieht, dass er mal in englisch mal in tamashek singt und einige Coverversionen (z.B. von Skip James, Fred McDowell oder Muddy Waters) im Gepäck hat und aus diesen Vorlagen dann seinen eigenen westafrikanischen Blues zimmert. Also viel afroamerikanische Roots, an dem auch Ry Cooder seine Freude haben dürfte. Zur Liga Ali Farka Tourés fehlt allerdings noch ein ganzes Stück, aber darüber ist sich Faris wegen seiner gemischtrassigen Herkunft auch im Klaren. Und eine „Melting-pot“-Musik möchte er auch nicht unbedingt abliefern. Er versucht, seinen eigenen Sound zu entwickeln. Einen Gastmusiker gibt’s auch: Es ist der schwarze Amerikaner Leo Bud Welch, der aus dem Mississippi-Delta stammt und zusammen mit Faris auf 2 Tracks alte US-Worksong-Tradition mit afrikanischem Wüstenblues kombiniert.
Das Booklet bietet viel interessanten Lesestoff zu diesem algerischen Projekt, verfasst von Andy Morgan, seines Zeichens britischer Musikjournalist mit Schwerpunkt West Afrika.


www.wrasserecords.com/Faris

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