Neue Platten

Joel Harrison 5 - Spirit House

Genre: Jazz
Label: Whirlwind Recordings (Indigo)
CD; VÖ: - 10.07.2015

Der Amerikaner Joel Harrison fühlt sich von Bill Frisell oder John Scofield genauso beeinflusst, wie von Duane Allman oder Danny Gatton. Da darf man gespannt sein, in welche Richtung das Pendel auf dieser CD ausschlägt. Da Harrison beim renommierten, aber auch etwas konservativ orientierten Label Whirlwind veröffentlicht, ist klar, dass es hier um handfesten Jazz geht. Der Wind des Rockpop säuselt allenfalls in der Ferne, zum Beispiel bei den Titeln 5 und 6. Immerhin entdeckt man auf diesem Album eine an sich einigermaßen ungewöhnliche Mannschaftsaufstellung im Hause Jazz: Eine Gitarre (Harrison) paart sich mit Trompete und Fagott. Dazu gesellen sich Bass und Drums. Und man hört etwas Gesang. Aber wie das so ist im modernen Jazz, auch hier geht Improvisation (von angenehm bis penetrant) vor geschmeidiger Eleganz. Ganz im Sinne der Maxime „nur ein ausrastender Improvisario ist ein guter Improvisario“ finden sich auch auf dieser CD genügend Stellen, wo man am liebsten auf Durchzug schalten möchte, wären da nicht andere Passagen, die ganz passable Jazzarbeit offenlegen. Vor allem der Mann am Fagott (Paul Hanson) kann sich bestens im 5er behaupten, aber auch der vietnamesische Trompeter Cuong Vu beherrscht sein Instrument erkennbar gut. Und so ist man wieder mal hin- und hergerissen zwischen intelligentem Handwerkern und überflüssiger Impro-Psychedelik.

www.joelharrison.com

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