Neue Platten

Dom La Nena - Soyo

Genre: Indie Folk Pop
Label: Six Degrees (Indigo)
CD; VÖ: - 10.07.2015

Wenn Introvertiertheit auf Folkpop trifft, kommt so etwas wie „Dom La Nena“ heraus. Dom La Nena ist nicht, wie vielleicht anzunehmen wäre, die verlorene Tochter von unserer Gabriele Susanne Kerner, sondern sie heißt bürgerlich Dominique Pinto, wurde im Süden von Brasilien geboren, wuchs in Argentinien auf und lebte schließlich ein paar Jahre in Frankreich, bevor sie wieder in Brasilien auftauchte. Internationale Vita also und die Erklärung dafür, warum die junge Cello-Spielerin und Sängerin bereits mit ihren jungen Jahren so illustre Leute wie die argentinische Meistercellistin Christine Waleska, die französische Chansonlegende Jane Birkin oder deren Landsleute Etienne Daho und Camille kennt, bzw. mit ihnen gearbeitet hat. Für ihr zweites Album “Soyo” nun kam eine weitere wichtige Bekanntschaft zum Tragen: Marcelo Camelo ist hier ihr Partner und zusätzlicher Ideengeber. Wer war noch mal Camelo? Richtig, Mitglied von Los Hermanos, brasilianische Indie-Rockband seit Ende der 90er.
Dom und Marcelo haben auf „Soyo” ganze Arbeit geleistet. Herrlich milder Folk-Pop in vier Sprachen, mit Einflüssen aus europäischem und südamerikanischem Neochanson plus ein wenig Softrock. Von den Anden bis ins schwarze Bahia, von Walzer bis Surfgitarre reicht das Spektrum, der präsentierte Querschnitt ist gigantisch, wohingegen die Ausführung der Songs eher zurückgenommen ist. Dom La Nenas Stimme ist nämlich alles andere als markerschütternd, sie klingt viel mehr nach einer zarten Elfe, die auf weichen Daunen unterwegs ist. Verhalten fröhlich bis melancholisch-romantisch sind ihre Stücke, Vergleiche zu Cat Power oder der unvergessenen Lhasa de Sela drängen sich nicht unbedingt auf, liegen aber latent in der Luft. Ein sehr kuscheliges Album für die guten Stunden des Tages.

www.domlanena.com