Neue Platten

Carmen Souza & Theo Pascal - Epistola

Genre: Jazz
Label: Galileo Music (Galileo MC)
CD; VÖ: - 28.08.2015

Wenn man Carmen Souza bisher nur als Songwriter-Repäsentantin der Kapverden wahrgenommen hat (obwohl sie da weder geboren wurde, noch jemals dort länger gelebt hat), so muss man diesmal etwas umdenken: Bei „Epistola“ (also „Brief“) handelt es sich mehr oder weniger um ein reinrassiges Jazz-Album mit nur geringen Songwriter-Anteilen. Grund hierfür ist die verstärkte Zusammenarbeit mit Theo Pascal, Bassist, Komponist, Arrangeur, Produzent und seit einiger Zeit auch maßgeblicher musikalischer Partner von Souza. Die Sache wird durch sein Dazutun also zunehmend intellektueller bzw. akademischer. So treffen hier drei Komponenten aufeinander: erstens Carmen Souzas eigenwilliger Gesangsstil, den man aber schon von früheren Einspielungen her kennt und vielleicht auch etwas gewöhnungsbedürftig finden kann. Zweitens ihr aufkeimendes Bestreben, sich dem Publikum nun auch als Instrumentalistin (also mit Gitarre und Piano) mitzuteilen und drittens die auffällige Hinwendung zu kultiviertem Jazz, wie er gut und gerne zu internationalen Festivals passt. Als Gäste wirken u.a. mit der britische Drummer Shane Forbes, der New Yorker Pianist und Organist Matt King, der Saxophonist und Klarinettist Craig Yaremko sowie der Drummer Zoe Pascal.
„Epistola“ hat sicher einige interessante Spitzfindigkeiten zu bieten, die besonders den Jazzfreunden ein hübsches Vergnügen bereiten dürften. Darunter fällt zum Beispiel die fein herausgearbeitete „Moonlight Serenade“ von Glenn Miller oder eine quirlige Ode an Thelonious Monk. Trotzdem (oder gerade wegen dieser Charakteristika) ist dieses Album nur einem wahren Souza-Verehrer so richtig zugänglich.

www.carmensouza.com
www.theopascal.com

Carmen Souza im einzelnen:
Protegid
Verdade
Duo
Kachupada
Live at Lagny Jazz Festival