Neue Platten

Ester Rada - Ester Rada

Genre: Soul Funk
Label: The Eight Note/Discograph (Harmonia Mundi)
CD; VÖ: - 11.09.2015

Wenn von der Sängerin Ester Rada die Rede ist, steht auch immer gleich ihr kultureller Hintergrund im Vordergrund. Geboren in Ethiopien und aufgewachsen in Israel. Damit wäre ihr Exotenstatus schon mal zementiert. Musikalisch allerdings geht es auf ihrem Erstlingsalbum weit weniger ausgefallen zu, denn mit internationalem Soulfunk oder „Black Grooves“ ist man schließlich in bester Gesellschaft, bzw. erst mal eine unter vielen. Es sei denn, man kann mit ein paar markanten Alleinstellungsmerkmalen aufwarten. Radas israelisches Produzentenduo hat hierzu einige Register gezogen, die schon mal aufhorchen lassen und dieses Album zumindest teilweise zu einer interessanten Zusammensetzung von „schwarzer Musik“ machen. Fast auf allen Tracks anzutreffen: eine knackige Bläserabteilung, die kraft- und druckvoll ihren Dienst verrichtet. Ob bei Bigband-Rock, elegantem Blues, Dub- bzw. Pop-Reggae oder quirligem Afro-Funk. Hier präsentiert sich noch am ehesten, was man als Einfüssen aus Ester Radas Mutterland bezeichnen könnte: nämlich kerniger, ostafrikanischer Ethio-Jazz. Ansonsten gibt sich die Vokalistin alle Mühe, im bereits gut vorgewärmten Fahrwasser von einer Diva wie z.B. Erykah Badu zu schwimmen. Gerade mal einer von zwölf Tracks lässt sprachlich aufhorchen: das in ethiopisch gesungene und stimmungsvolle Uptempo-Stück „Nanu Ney“ erinnert ein wenig an die großartigen CDs von Gigi, wirkt aber geradezu versteckt zwischen all den angelsächsisch interpretierten Soul- und Funktracks, so als traute sich Rada nicht so recht, hier mal ethnisch Flagge zu zeigen. Bis einschließlich Track 10 geht die Post insgesamt ganz gut ab, die zwei abschließenden Balladen sind dagegen eher saft- und kraftlos bzw. durchschnittlich bis gefällig. Die hätte man auch gut unterschlagen können.

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