Neue Platten

Laura Moisio - Ikuinen Valo

Genre: Indie Pop Finnland
Label: Beste! Unterhaltung (Broken Silence)
CD; VÖ: - 11.09.2015

Wenn man mit seinem Debutalbum schon so einiges an Lorbeeren eingefahren hat, fällt es natürlich umso leichter, sich bei der nächsten CD noch ein bißchen weiter aus dem Fenster zu lehnen und neue Dinge auszuprobieren. Von der engelsblonden Finnin Laura Moisio war eigentlich so ziemlich jedermann von Anfang an begeistert. Ihr Singer/Songwriter-Auftaktalbum „Spiraali“ war ein wahrer Seelentröster, sehr kuschelig in der Machart, ein poetisch wie linguistischer Wonneproppen, mit dem man sehr schnell auf Du und Du gehen konnte.
Der Titel der Folge-CD „Ikuinen Valo“ (also „Ewiges Licht“) klingt jetzt vielleicht etwas nach Spiritualität, ist davon aber so weit entfernt wie Helsinki vom Polarkreis, denn die kompositorischen Strukturen sind nun um einiges komplexer und dadurch spannungsgeladener geworden. Schuld daran sind unter anderem die Musiker von Ochre Room, von denen Laura nun tatkräftig unterstützt wird. Ein gewinnbringendes Moment, vor allem was die Instrumentierung angeht. Bei mehreren Songs tauchen jetzt auf einmal Bläser auf, einige Arrangements erinnern dank eines Kontrabasses ein wenig an Nujazz und gleich zu Beginn darf es auch mal ein wenig ruppig zugehen. Auch der Einsatz von elektrischen Instrumenten vollzieht sich sehr harmonisch und wirkt keinesfalls störend. Laura Moisios neue Songs erscheinen allesamt wie sorgsam aneinandergereihte Perlen und sind so unterschiedlich wie wohl durchdacht. Natürlich gibt es auch wieder diese hoffnungslos melancholischen Balladen oder auch ernste, nachdenkliche Stimmungsbilder, bei den die finnische Sprache, die bei Laura Moisio nach wie vor angesagt ist, elegant in Erscheinung tritt. Ja und eine richtige Abgehnummer gibt es auch: Track Nummer 5 ist ein intelligent gemachter Uptempo-Indiepop-Diamant der introvertierten Sorte. Somit ist also auch Album Nr. 2 wieder ein Volltreffer. Allerdings hat das „Ewige Licht“ dann doch noch einen kleinen Haken: es leuchtet gerade mal 30 Minuten lang.

www.lauramoisio.fi

Ähnlich gut aus Finnland:
Aino Venna – Marlene