Neue Platten

Jazz Ensemble Baden-Württemberg - Doors Without Words

Genre: Jazz
Label: JazznArts
CD; VÖ: - 25.09.2015

Der Deal mit Jimi Hendrix wäre sicher weitaus schwieriger umzusetzen gewesen, hätte aber vielleicht auch mehr Reibung erzeugt. So aber hat man sich an die vergleichsweise harmlosen Doors gehalten und sich aus deren Vermächtnis ein paar zu covernde Rosinen herausgepickt. Diese wurden dann nach einiger Vorarbeit in modernen Mainstream-Jazz eingelegt – „Doors without Words“.
Das Jazz Ensemble Baden-Württemberg ist ein (angeblich) „grundlegend neu ausgerichteter“ (so die Haus-Info) Achter mit Steuermann, sprich acht Musiker mit einem extra angeheuerten Arrangeur. Der kommt aus Berlin, heißt Nicolai Thärichen und ist uns bekannt von seiner CD „Farewell Songs“, erschienen 2009 bei Traumton.

Nach seiner Pfeife tanzt nun die aufgestockte Crew, vier Bläser insgesamt, dazu Keyboards, Gitarre, Bass und Drums. Sie cersuchen sich an neun mal Jim Morrison und Konsorten, von „Waiting for the Sun“ bis „The End“.
Das Ergebnis: zwiespältig. Zum einen fällt es manchmal schwer, das Original auf Anhieb überhaupt zu erkennen, und dann dient es meist auch nur als Staffage oder wackeliges Gerüst für die Solisten-Show. Zum anderen gehören die entstandenen Stücke selbst eher in die Schublade „wir geh’n auf Nummer sicher“, bei dem sich die Einzelakteure des Ensembles mal schön austoben können. Solo reiht sich da an Solo, aber der Kick bleibt aus, d.h. im Grunde klingt alles ziemlich ähnlich. Ob das nun an Thärichens Sparflammenarbeit liegt oder an den wenig risikofreudigen Interpreten, ist im Nachhinein schwer auszumachen. Tatsache ist jedoch, dass hier kein großer Baum ausgerissen worden ist. Da raschelt höchstens mal was im Unterholz.

www.jazzensemble-badenwuerttemberg.de