Neue Platten

Girls In Airports - Fables

Genre: Indie Jazz
Label: Edition Records
CD; VÖ: - 25.09.2015

Wer den Kopenhagener Stadtteil Nørrebro kennt, der weiß auch, dass dort ein ziemlich kreativer und subkultureller Geist herrscht. Nørrebro ist sozusagen ein Flughafen der dänischen Avantgarde, ein ständiges Kommen und Gehen. Warum sich die fünf Musiker von Girls in Airports nun als Mädels ausgeben, gehört wohl auch zur künstlerischen Freiheit, mit der man dort so elegant umgeht.
Fünf männliche Dänen also machen eine zunächst einmal ziemlich gewöhnungs-bedürftige Musik. Irgendwo versteckt zwischen Jazz, Indie, Pop und Freistil. Sie arbeiten mit zwei Saxophonisten, einem Keyboarder und zwei Perkussionisten. Daraus ergibt sich eine Klangkonstellation, die sich per se schon mal vom Gros der Konkurrenz unterscheidet. Dank der beiden Perkussionisten klappert es immer ein wenig rhythmusbetont, zuweilen zwirbeln sich orientalisch wirkende Harmonien ins Ohr, bedächtig gespielt von den beiden Blechwerkern, schwebende Keyboardwolken geben den Halt und sorgen für teilweise sakrale Momente. Es kann aber auch sein, dass die Saxer urplötzlich in krächzende Euphorie ausbrechen, um anschließend wieder in einen liebevoll gestalteten Märchenwald einzutauchen. Dann wieder klöppelt das Xylophon, die Drums setzen ein, das Doppelgebläse wird zugeschaltet und alles zusammen ergibt eine Menge ziemlich cooler und spaciger Beats. Die Girls verstehen es prima, eine ausgewogene Ballance zwischen zart und hart zu fahren, wobei der Zeiger eigentlich mehr in Richtung chillig ausschlägt, dank der lyrischen Phasen, die immer wieder von den beiden Saxophonen bzw. der Klarinette kommen. Das ist Musik für den anspruchsvollen Kenner. Immer am Rande zum Jazz, aber trotzdem noch Indie genug, um auch den Klubgänger zu überzeugen.

www.girlsinairports.net