Neue Platten

Stein Urheim & Mari Kvien Brunvoll - For Individuals …

Genre: Independent
Label: Jazzland (Universal)
CD; VÖ: - 16.10.2015

Ein insgesamt etwas enttäuschender Gesamteindruck ergibt sich schon, wenn man das Endergebnis dieser beiden im Grunde genommen sehr ambitionierten Musiker betrachtet und auch noch mit einbezieht, dass das renommierte norwegische Label Jazzland unter der Ägide von Bugge Wesseltoft als eine Art Vorzeigeobjekt interessanter skandinavischer Musik zwischen Jazz und Elektronik gilt.
Der Gitarrist Stein Urheim hat sich im Nordland unter anderem einen Namen als bluesbeeinflusster Folk- und Jazzmusiker gemacht, dessen Kreativitätsdrang sich sehr gut in seiner CD von 2014 äußert, die auf Hubro erschienen ist.
Mari Kvien Brunvoll (übrigens die Schwester von Ane Brun) gehört ebenfalls in die nordische Folk- und Jazzschublade. Sie experimentiert gerne mit einer Reihe von elektronischen aber auch akustischen Instrumenten wie Daumenklavier oder Zither und verfügt über eine ausdrucksstarke, wenngleich auch etwas fiepsige Stimme. Brunvoll arbeitet aber auch gerne mit dem eigenwilligen „Eismusiker” Terje Isungset zusammen.
Was Urheim und Brunvoll allerdings hier auf die Beine gestellt haben, geht über ein mittelmäßiges Konglomerat aus Ambient und ein paar halbherzig angelegten Melodiekonstruktionen sowie etwas müdem FolkPop kaum hinaus. Das Duo kommt ohne einen Bassisten und Schlagzeuger aus, dafür sorgen hin und wieder programmierte Beats für eine gewisse rhythmische Struktur. Urheim bedient eine Vielzahl von Akustik- und E-Gitarren, Brunvoll zwitschert zwischen geloopter Kalimba und allerlei Vokaleffekten und als Gastmusiker schiebt Jørgen Træen etwas Synthie und Mellotron in das Treiben. Als Ergebnis bekommt man, entsprechend dem Albumtitel also Musik „for individuals facing the terror of cosmic loneliness.” Sehr diffuse und abstrakte Aussage und entsprechend die Musik, die sich daran anpasst.

www.steinurheim.com
www.steinmarimusic.com