Neue Platten

Ephemerals - Chasin’ Ghosts

Genre: Soul Funk
Label: Jalapeño Records (Groove Attack)
CD; VÖ: - 23.10.2015

Traurig aber wahr: Musik zeichnet sich in den allermeisten Fällen durch Vergänglichkeit aus. Insofern haben die sieben Ephemerals (also „die Vergänglichen“) aus London schon mal dieser Eintagsfliegengefahr vorgebeugt, indem sie ein zweites Album herausgebracht haben, das diesem Risiko entgegenwirken soll. Die meisten Mitglieder sind altgediente Recken aus der Soul- und Funk-Ecke, folglich geht es hier recht profimäßig und sachverständig zu. Das Septett ist ausgestattet mit einem herkömmlichem Lineup, sprich mit Sänger, Gitarrist, Keyboarder, Bassist, Drummer sowie zwei Bläsern. Das Finetuning für die emotionale Seite besorgt eine hinzugezogene Streichertruppe.
Am auffälligsten jedoch ist die Stimme von Front-Mann Wolfgang Vabrun, nicht etwa ein Typ mit weißer Hautfarbe, wie es der Vorname vielleicht implizieren könnte, nein Wolfgang ist ein original „black Nuyorican“, mit US-Reisepass und so ziemlich der dreckigsten Stimme zwischen London und Paris, wo der Mann derzeit lebt. Das passt natürlich für eine Soulfunk-Kombo wie die Faust auf’s Auge.
Alle elf Songs, ob slow oder uptempo, sind satt und fett arrangiert, bestens instrumentalisiert und erweisen sich durch ihren leichten Retrotouch erstaunlich vergänglichkeitsresistent. Womit wir wieder beim Bandnamen wären. Zählt man sich also zur Gattung „soul funk brother“, sollte man dieses Machwerk auf jeden Fall zuhause im Regal oder zumindest auf der Festplatte haben. Dürfte aber auch für andere Kundenkreise nicht ganz uninteressant sein.

www.ephemeralsmusic.com