Neue Platten

Fat Freddys Drop - Bays

Genre: Reggae, Soul, Blues
Label: The Drop (Alive)
CD; VÖ: - 23.10.2015

Nachdem uns das letzte Studioalbum Blackbird der Neuseeländer nur mäßig beeindruckt hatte, sie allem Anschein nach also live eine ganze Ecke fetter rüberkommen, durfte man folglich gespannt sein, wie „Bays“ ausfallen würde, das ebenfalls wieder komplett im Studio entstand und die Songs auch vorher nicht in der freien Wildbahn angetestet wurden.
Überraschung! Sehr muskulöse Scheibe! Wobei man sagen muss „dezent muskulös“. Denn die neun neuen Stücke (das längste mit satten 10 Minuten) haben einen sehr relaxten Grundtenor. Vergleichbar vielleicht mit einem Gemälde, das nur aus ein paar wenigen Farben besteht, dafür aber eine umso intensivere Aussagekraft hat. Die Kiwis erweisen sich hier also als Meister des musikalischen Understatements, zumindest wenn es um feingliedrige Studioarbeit geht. Auf „Bays“ finden wir daher keine kreischenden Gitarrensoli, keine schrägen Rhythmusextravaganzen und auch keine exzessive Bläserakrobatik. Manche Stücke haben sogar einen leichten meditativen Ansatz, so unterschwellig verführerisch sind sie angelegt, was aber immer auch ein wenig an der Stimme von Leadsänger Dallas Tamaira, besser bekannt als Joe Dukie, liegt. Zwischen Reggae, Dub, Soul und Blues zischeln die Jungs durchs Gelände, haben immer auch ein wenig technoides Futter im Gepäck, was besonders bei dem hibbeligen „Cortina Motors“ auffällt, das mit einem unwiderstehlichen Kopfnickerbeat aufwartet. Aber auch „Razor“ ist messerscharfes Songwriting, gespickt mit sehr elegantem Techno-Soul. Volle Punktzahl also.

www.fatfreddysdrop.com