Neue Platten

Gentleman’s Dub Club - The Big Smoke

Genre: Reggae Dub
Label: Easy Star Records (Groove Attack)
CD; LP, DL; VÖ: - 13.11.2015

Natürlich ist London nicht gerade das Epizentrum jamaikanischer Musikkultur. Aber dennoch stammen aus dieser Stadt so einige gute Offbeat-Formationen oder sogenannte Expatriots, die es sich an der Themse gemütlich gemacht haben. Aus ausschließlich weißem Personal besteht z. B. der Gentleman’s Dub Club, der zwar ursprünglich aus dem mittelenglischen Leeds stammt, inzwischen aber im Norden Londons residiert und mit „The Big Smoke” sein zweites Album veröffentlicht hat. Neun Mitglieder zählt die Band, inklusive einer gut organisierten Blechbläser­abteilung, die für den nötigen Drive sorgt.
„The Big Smoke” ist ein sehr abwechlsungsreiches Album, das, wie es der Bandname schon verrät, mit vielen Dub-Elementen angereichert ist. Die Echo-Kammer ist also auch hier eine vielbesuchte Kemenate. Wenn gesungen wird, dann meist mit mittelenglischem Akzent, zur Abwechlsung mal ein apartes Gegenstück zum sonst üblichen Jamaika-Patois. Trotzdem verzichtet man nicht ganz auf eine „Roots-Voice”: Youngster-Kollege Natty kann sich gut in den Sound der Crew integrieren. Aber auch die Instrumentalnummern haben es in sich, speziell das Stück „Nocturnal” geht ab wie Nachbars Lumpi, nicht zuletzt dank dem hervorragend geblasenen Saxophon von Gastmusiker Josh Arcoleo, ausgebildet an der Royal Academy of Music. Die mehr behäbigeren Tracks schlurfen in bekannt lockerer Weise durchs Gelände und reichen von Kuschelreggae mit sehr harmonischen Gesangsparts bis hin zu schwer durchgehallten Dancefloor-Rumplern wie man sie von u.a. den Berliner Seeeds kennt. Kommen also ziemlich gut, die die Londoner Gentlemen vom Dub Club.

www.gentlemansdubclub.com