Neue Platten

Simphiwe Dana - Zandisile

Genre: Südafrika
Label:Skip Records (Soulfood)
CD, VÖ - 19.05.2006

„Das beste, was Südafrika seit Miriam Makeba passieren konnte” – mit diesem großen Satz wird – zumindest von ihrer Plattenfirma – eine neue Künstlerin vom Kap beschrieben, die gerade ihr Debut-Album herausgebracht hat. In der Tat hat Simphiwe Dana eine beachtenswerte Ausstrahlung und wohl auch eine gehörige Portion Selbstbewußtsein, soweit man das über ein Album-Cover überhaupt beurteilen kann. Mit eigenwilligem Outfit – einer Mischung aus südafrikanischer Traditionskleidung und Pariser Avantgarde-Mode – und einem markigen Blick im Gesicht, so präsentiert sie sich dem interessierten Betrachter. Was man bei Durchhören dieser CD dann geboten bekommt, unterstreicht das bereits vermutete: Diese Frau hat Format. Ob das allerdings an die Größe von Frau Makeba heranreicht, muß und wird die Zukunft zeigen. Fakt ist, daß Simphiwe Dana mit einer Stimme gesegnet ist, die sich hören lassen kann und sich passgenau in das Genre einfügt, um das es auf „Zandisile” geht: einen Mix aus Pop, Jazz und Soul, vermengt mit südafrikanischen Stilelementen. Eine nicht unbedingt innovativ zu nennende Richtung, in diesem Fall aber eine durchaus interessante, sprich angenehm zu verdauende, weil es eben keine dröge Allerweltsmusik ist. Mit anteiligen House-Elementen, Gospelbestandteilen, Bigband-Begleitung, Xhosa-Komponenten, einer gehörigen Portion Funk und feinem ClubJazz wird ein breites Spektrum an schwarzer Seelenmusik präsentiert, das keinen internationalen Vergleich zu scheuen braucht. Erst recht nicht wenn es darum geht, cosmopolitisches Gespür zu zeigen (wie zum Beispiel in den Songs wie dem treibenden „Vukani” oder dem arabisch-indisch angehauchten „Make A Tribe”). Eine geschickt angelegte Reiseroute durch das moderne Afrika. Und was die Sache mit MM angeht, so ist SD zumindest schon mal auf einem vielversprechenden Weg.

www.skiprecords.com