Neue Platten

Tsaziken - Kischkesch

Genre: Global Music
Label: Westpark Music (Indigo)
CD; VÖ: - 20.11.2015

Frauenpower uss Kölle. Tsaziken klingt zwar immer ein wenig nach „Tsaziki“, ist aber der Ensemble-Name einer 8-köpfigen Gesangstruppe weiblichen Geschlechts, die von ein paar Männern begleitet wird. Die Damen arbeiten schon seit ca. 2005 zusammen und das erste Album trug den geschmeidigen Namen „Panchovidabotewgrad“. Mit dem Titel des Folgealbums kann man sich dann schon eher anfreunden: Die Vokabel „Kischkesch“ stammt angeblich aus dem Rotwelschen (eine Art Randgruppendialekt von nichtsesshaften, subkulturellen Sonderlingen – also fast so wie „Kauderwelsch“) und bedeutet „Klang“. Aha.
Trotz ihrer achtkehligen Stimmgewaltigkeit sind die Tsaziken wie gesagt kein echter A-Cappella-Verband, sondern ein rhythmusunterstützter Singkreis, der sich durch alle möglichen und unmöglichen Sprachen bzw. Kulturen der Welt knabbert. (Ein paar männerlose, also rein weibliche Vokal-Tracks gibt es dann aber doch). Das Multikulti-Repertoire speist sich aus italienischen, georgischen, israelischen, madegassischen, bulgarischen, französischen, russischen, bayerischen, amerikanischen, schottischen, türkischen und äthiopischen Quellen. Arrangeur dieses globalen Tohuwabohus ist ein alter Bekannter: Raimund Kroboth ist nebenher auch noch Chef der Schäl Sick Brass Band und vom Tabadoul Orchestra.
Und da sage noch einer, die Deutschen seien nicht in der Lage, den Frauenchören aus Skandinavien oder dem Balkan Paroli zu bieten. Die acht Tsaziken jedenfalls verblüffen durch ein sehr ausgetüfteltes Harmonieverständnis. Die markanten Stimmen sind grandios miteinander verzahnt und ergänzen sich perfekt. Aber auch die Soloparts sind hundertprozentig besetzt. Da ist viel Dampf im Kessel und jede Menge Spannkraft in den Stimmbändern. Auf jeden Fall hörenswert!


www.tsaziken.de

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