Neue Platten

Vassilis Papadopoulos - Salty Water

Genre: Jazz
Label: Orfeas Music (Eigenvertrieb/Web)
CD; VÖ: - 20.11.2015

So kann man’s natürlich auch machen: wenn einem die eigenen instrumentellen Ausdrucksmöglichkeiten zu begrenzt erscheinen, engagiert man Leute, die das perfekt umsetzen, was das Komponistenhirn ausgespuckt hat. So kommt es, dass der ausgebildete Trompeter und Schlagzeuger Vassilis Papadopoulos auf seiner CD „Salty Water“ nur unter „composed by“ firmiert, die Ausführung aber von sieben Kollegen besorgt wird, die durchweg aus der US-amerikanischen Szene stammen. Alle zusammen bilden das Medlantic Jazz Project, das aus den Kreationen von Papadopoulos eine weitläufige Reise zwischen Jazz und etwas mediterranem Folk bzw. Klassik macht. Klassik deswegen, weil der in Hamburg lebende Grieche auch als Solo-Perkussionist beim NDR Sinfonieorchester arbeitet und in früheren Zeiten sehr viel mit klassischer Musik zu tun hatte. Irgendwie findet also auch das Eingang ins Geschehen.
„Salty Water“ verquickt einigermaßen geschickt Papadopoulos’ griechische Wurzeln mit leicht retroakzentuiertem Fusion-Jazz. Allerdings verbreiten die amerikanischen Musiker dabei recht deutlich ihre indigenen Duftmarken, machen also aus ihrer eigenen Vorstellung von Groove und Funk keinen Hehl. Trotzdem flutscht das Ding recht gut, was vor allem daran liegt, dass die Gebläseabteilung, allen voran Trompeter Don Harris, die Sache sehr improvisationslastig angeht, immer wieder sekundiert von Keyboarder Clifford Carter und Saxophonist Bob Franceschini. Man könnte die Sache also auch als eine Art zeitgemäße Fortsetzung der George Duke- oder Grover Washington-Ära ansehen.

www.orfeas-music.com