Neue Platten

The Haggis Horns - What Comes To Mind

Genre: Funk Soul
Label: Haggis Records
CD; LP; DL; VÖ: - 02.10.2015

Haggis – auch bekannt als kulinarische Foltermethode „made in Schottland“, besteht aus leckerem Schafmagen, -herz, -leber und -lunge plus Nierenfett und Hafermehl. Eine ziemliche Sauerei auf dem Teller, muss man sagen und sicher nicht für jeden gleich bekömmlich. Stellt sich also die Frage, warum sich ein paar Musiker aus Leeds nun ausgerechnet diese suspekte Leibspeise als Namenspatron für ihre Band ausgesucht haben. Wo doch Soul und Funk so gar nichts mit tierischen Innereien zu tun haben.
Die Haggis Horns arbeiten aber noch mit anderen Assoziationen, siehe das Cover. Gehirnmasse, aus Händen geformt. Schon sehr seltsam, was da in britischen Musikerhirnen so alles vor sich geht.

Musikalisch gesehen liegen diese sieben Herren aus dem nördlichen Mittelengland eher auf der konservativen bzw. retrospektiven Seite des Geschehens. Ihre Welt setzt sich vorwiegend aus dem Spirit von „Earth Wind and Fire“ und der „Average White Band“ zusammen, die einen Uralt-Motown-SoulFunker aus Chicago, die anderen gemäßigte, aber auch mit viel Patina besetzte Landsleute aus Edinburgh. Der Bezug zur Gegenwart stellt sich in Kooperationen mit u.a. Morcheeba, dem Cinematic Orchestra oder Nightmares on Wax her. Man will und kann also durchaus Vergangenheit und Gegenwart in einem Topf verquirlen.

„What comes to mind“ ist das dritte Album der Band, gefüllt mit Songs, die man mit „mal so, mal so“ bezeichnen könnte. Mal ganz ok, mal aber auch ziemlich Banane. Banane zum Beispiel der Track „Give me Something Better“ feat. John McCallum (Gitarrist der Corinne Bailey Rae Band), eine schnulzige 0815-Nummer mit fürchterlich schmierigem Text. Ganz ok dagegen der Opener „Return of the Haggis“, eine Instrumentalnummer mit viel Schmackes. Andere Gaststars sind Lucinda Slim (war mal bei Zap Mama). Ihr Beitrag firmiert unter knuffigem Dancefloor-Funk, ebenso wie ein Track, bei dem John Turrell (von Smoove and Turrell) den Vokalisten gibt. Insgesamt also eine mittelgute Scheibe (Note 3+) für alle Funksoulbrothers dieser Welt.

www.thehaggishorns.com