Neue Platten

Värttinä - Viena

Genre: Folk Finnland
Label: Westpark Music (Indigo)
CD; VÖ: - 08.01.2016

Die finnische Gruppe Värttinä ist vielleicht vergleichbar mit einer in die Jahre gekommenen Maschine, die seit über 30 Jahren zuverlässig rattert und brummt. Zwar mussten seither immer mal wieder kosmetische Korrekturen vorgenommen oder auch einige wesentliche Teile ausgetauscht werden, im großen und ganzen hat sich die Truppe um Mari Kaasinen aber wacker gehalten und gehört inzwischen zum finnischen Popzirkel wie der Birkenzweig zur Sauna.
Mit unterschiedlichen Strömungen ist man ziemlich pragmatisch umgegangen, ob es nun Pop, Rock, Folk oder Weltmusik war, und meistens kam auch etwas Bemerkenswertes dabei heraus. Mit karelischer Volksmusik hatte 1983 alles angefangen und zu diesem kulturellen Wurzelwerk hat man nun wieder intensiv zurückgefunden. So ist der Albumtitel „Viena“ nicht etwa die finnische Schreibweise der österreichischen Hauptstadt, sondern eine Gegend im Osten von Finnland, ein Teil Kareliens, aus dem die mythologische Saga „Kalevala“ stammt und aus der der wahre Finne seine nationale Identität bezieht.
Värttinä wollen also mit Viena ein Stück Kulturgeschichte wiederbeleben. Sie tun dies natürlich wie immer und vorzugsweise mit gesanglichen Mitteln. Von ursprünglich bis zu 15 Sängerinnen stehen heute nur noch drei im Mittelpunkt. Natürlich Mari Kaasinen, die Urmutter Värttinäs sowie Susan Aho (dabei seit 1997) und Karoliina Kantelinen (dabei seit 2012). Die Musiker sind Matti Kallio (Akkordeon), Lassi Logrén (Violine, Nyckelharpa) und Matti Laitinen (Streichinstrumente).
Wie schon gesagt: Värttinä lebt vom Gesang. Perfekt, einzigartig, high-end Performance. Harmonische Stimmen in Formvollendung, ob a-cappella oder mit instrumenteller Begleitung. Auch diese CD ist da keine Ausnahme. Im Repertoire drei traditionelle Stücke, der Rest ist Teamarbeit der Värttinäs. Alles im Sinne der folkloristischen Tradition Kareliens, aber immerhin noch populär genug, um damit weiterhin die große Fangemeinde bei Laune zu halten. „Viena“ hört man am besten unmittelbar mit Kopfhörer. Dann offenbaren sich einem die vielen akustischen Feinheiten am ehesten.

www.varttina.com

Die beiden vorherigen Alben:
25
Utu