Neue Platten

Nuru Kane - Sigil

Genre: Westafrika
Label:Riverboat Records (Edel)
CD, VÖ - 24.04.2006

From Dakar To Marrakech – so heißt der Untertitel dieser CD und somit wird klar, daß es sich hier wieder einmal um ein Crossover-Projekt handeln muß. Nuru Kane stammt urssprünglich aus dem Senegal, lebt aber augenblicklich in Paris, bezieht seine derzeitige Inspiration aus einer ausgedehnten Reise nach Marokko Mitte der 90er und den dort gemachten Erfahrungen mit der in diesem Land weit verbreiteten Gnawa-Musik sowie und mit Musikern der Baye Fall Bruderschaft (der im übrigen auch Cheikh Lô angehört). Aufgenommen wurde „Sigil” in Schottland und mit ihm im Studio waren Freunde aus Großbritannien, Frankreich und Afrika. Nebenbei ist Nuru Kane auch noch Chef der Gruppe Bayefall Gnawa, die vorwiegend in Frankreich von sich reden macht.
Nuru Kane hat sich das Spiel auf der Guimbri beigebracht, einer dreisaitigen Baßgitarre, wie sie in Marokko oft verwendet wird. Ein an sich recht variationsarmes Instrument, das aber im Zusammenspiel mit Violine, Akkordeon, Afrika-Perkussison, marokkanischen Metall-Castagnetten, E-Gitarre, Daumenklavier und Oud zu einem nicht zu unterschätzenden Musik-Werkzeug wird. Die vorwiegend akustischen Songs auf „Sigil” reichen von straffen Tanzrhythmen seiner nordwestafrikanischen Heimat über arabische Trancetracks bis hin zu stillem Singer/Songwriter-Wüstenblues. Überraschend Kanes Stimme: ein klares, sympathisches Organ, das zwischen Youssou N’Dour und Bob Marley einzuordnen ist. Ein Album, das einen ausgezeichneten Überblick über die Bandbreite westafrikanischer Musikkultur bietet.

www.nurukane.com