Neue Platten

Ashia Bison Rouge - Oder

Genre: Avantgarde-Pop
Label: Jaro Medien
CD; VÖ: - 19.02.2016

Viele Flüsse wurden in der Kulturbranche bereits zum Thema gemacht. Allen voran die Moldau, die Donau, der Mississippi oder der Amazonas. Um die Oder, den deutsch-polnischen Grenzfluss hat sich unseres Wissens bislang noch niemand so recht gekümmert. Es bedarf da schon einer engagierten Polin, dies zu ändern. Ashia Grzesik ist uns ja bereits von ihrem ersten Album Diesel vs. Lungs ein guter Begriff. Ihre Ode an die Oder ist nun ein würdiger Nachfolger und wartet mit einer ungewöhnlichen Besonder­heit auf. Ashias Hauptinstrument, das Cello, stand bereits im Mittelpunkt von „Diesel vs. Lungs“. Neu ist nun aber, dass die Stücke dieses Albums komplett auf eine herkömmliche Bandstruktur verzichten und statt dessen die Songs nur mit besagtem Cello und der Benutzung von einigen Effektgeräten sowie mit zwei Gast-Violinisten auskommen. Gewohnte Hörstruktruren aus dem Bereich Pop werden also dezent ausgehebelt und durch kammermusikalischen Streichereinsatz ersetzt. Dazu Ashias außergwöhnliches Stimmpotenzial – und fertig ist ein 13-teiliges Werk, das von vorne bis hinten fasziniert, auch wenn die allgemeine Grundstimmung immer etwas in richtung „moll“ ausgerichtet ist. Die Polin singt vorwiegend auf englisch, lediglich der sehr melancholische Titelsong „Odra” sticht durch einen - natürlich sehr passenden - polnischen Text hervor. Die vielen stilistischen Facetten dieses Albums sind diesmal noch besser herausgearbeitet, als auf „Diesel vs. Lungs“. Der Bogen reicht von Klassik über Folk und Pop, von expressiv bis verträumt. Ein wahres musikalisches Highlight, das man sich unbedingt einmal vorknöpfen sollte.

www.ashiabisonrouge.com

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