Neue Platten

Erik Truffaz Quartet - Doni Doni

Genre: Fusion-Jazz
Label: Parlophone (Warner )
CD; VÖ: - 05.02.2016

Das Titelfoto des neuen Truffaz-Albums verrät es nicht unbedingt auf den ersten Blick: Diese etwas alternative Inneneinrichtung gehört unzweifelhaft zu einer afrikanischen Location. Daraus lässt sich unschwer folgern, dass sich Erik Truffaz dieses mal auch musikalisch hin zum Schwarzen Kontinent orientiert haben muss. Weiterer Hinweis: Der CD-Titel „Doni Doni” ist „Bambara”, die Landespsrache von Mali, und bedeutet „Schritt für Schritt”. Und für eine schrittchenweise Veränderung steht der frankoschweizer Trompeter mit seinen Alben ja quasi schon seit Anbeginn seiner Karriere.
„Doni Doni” wartet mit zwei markanten Veränderungen auf: Zum einen hat der langjährige Truffaz-Drummer Mark Erbetta das Quartett verlassen, statt seiner trommelt nun der Schweizer Arthur Hnatek, ein Mann mit weitreichenden Erfahrungen von Tigran Hamasyan bis Sophie Hunger.
Zum anderen konnte Truffaz die charismatische Sängerin Rokia Traoré gewinnen, dieser westafrikanisch inspirierten Reiseetappe beizuwohnen. Beide „Neuzugänge” schrauben das musikalische Niveau auf ein absolutes Top-Niveau, auf dem der unglaublich einfühlsam spielende Truffaz einmal mehr zur Hochform aufläuft. Aber auch der Keyboarder Benoit Orboz schaukelt auf seinem Fender grandios zwischen George Duke und Joe Zawinul hin und her. Die Gegensätze zwischen afrikanischer Folklore und fein akzentuiertem Fusionjazz sind Balsam für die Ohren und treffen voll ins Schwarze. Einen geographischen Hakenschlag nach Osteuropa stellt der fast schon etwas sakral anmutende Titel „Szerelem” dar, ein Hinweis auf Truffaz’ Liebe zu Ungarn. Den Kehraus bestreitet eine Kooperation mit dem französischen Rapper Oxomo Puccino. Fazit: Auf Truffaz kann man sich auch diesmal wieder verlassen. Alle Daumen hoch!

www.eriktruffaz.com

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