Neue Platten

Ed Motta - Perpetual Gateways

Genre: Soul Funk
Label: MustHaveJazz (Membran)
CD; VÖ: - 05.02.2016

Ed Motta’s prägnantes Aussehen erinnernt immer etwas an die LP-Cover-Zeichnung eines gewissen George Underwood, der für das 1971 erschienene Debut-Album „Three Friends” der britischen Gruppe Gentle Giant einen kahlköpfigen Gnom mit übermäßig starker Kinnbehaarung entwarf. Aber das war’s dann auch schon an Parallelen, denn Ed alias Eduardo stammt aus der Metropole Rio de Janeiro, ist ebenfalls Jahrgang 71 und daher ein Kind der Deep Purple-Generation und in seiner Heimat ein gefragter Soul- bis Funk-Interpret, der hier in Europa bislang nur gut-informierten Spezialisten ein Begriff ist.
Die kennen ihn allerdings schon länger, denn Ed Motta’s deftiger Brasil-Funk sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen. So war sein „Manuel” mit dem reifenquietschenden Intro der Gap Band („Burn Rubber On Me”) schon Ende des letzten Jahrhunderts ein absoluter Dancefloor-Killer und seine Ausflüge in ­jazzige Gefilde auf seinem Album „Dwitza” kamen besonders gut in England an. Dort machte er dann auch die Be­kanntschaft von Acid-Jazz Legende Jean-Paul Maunick (von Incognito), dem er seinerseits wiederum das Album „Poptical” gewidmet hat.
„Perpetual Gateways“ beinhaltet nun auch wieder eine ordentliche Portion radiotauglicher Soulfunktunes reinster Güteklasse, wo es zum Teil sehr stark nach Steely Dan riecht. Nach Ed’s eigener Aussage angeblich sein bislang bestes Werk, aber nach dem Studium von ein paar älteren Scheiben muss man ein wenig relativieren: ein ebenso gutes. OK, die Musiker, die ihm hier zur Seite standen, gehören durchweg zur crème de la crème der US-amerikanischen Studioszene. Nach u.a. Hubert Laws (Flöte), Patrice Rushen (Keyboards) oder Marvin Smith (Drums) leckt sich so mancher Mucker in den Staaten die Finger. Und wenn dann auch noch Kamau Kenyatta, der Produzent von Gregory Porter, den Feinschliff in die Hände nimmt, bekommen viele feuchte Augen. Ed Motta’s schnörkelloser und bedingungslos auf die USA getrimmter Soulfunkjazz geht dank seinem brasilianischen Charme glatt runter wie ein teurer Qualitätswein. Und auch auf diesem Gebiet ist Ed-schi natürlich ein absoluter Connaisseur.

http://edmotta.uol.com.br