Neue Platten

Xixa - Bloodline

Genre: Indie Folk Rock
Label: Glitterhouse (Indigo)
CD; VÖ: - 05.02.2016

Da, wo sich Americana und Cumbia gute Nacht sagen, muss man Xixa suchen, eine neue Band mit alten Bekannten. Das Sextett ist in Tuscon, Arizona beheimatet, die mexikanische Sonora-Wüste ist also nur einen ausladenden Katzensprung entfernt. Alte Bekannte deswegen, weil bei Xixa u.a. Musiker zugange sind, die im Nebenjob schon mal bei Giant Sand und Calexico aushelfen. Und wer sich ganz besonders gut in lateinamerikanischen Musik-Befindlichkeiten auskennt, der weiß dann vielleicht auch, dass Xixa (oder Chicha) eine Unterkategorie der kolumbianischen Cumbia ist, die ja im Moment nicht nur in Südamerika, sondern allseits und rund um den Globus feste gehypt wird.
Also, die Jungs von Xixa borgen sich von der Americana u.a. die Surfgitarre und den leicht staubigen Sound sowie von der Cumbia den etwas schaukeligen, schunkeligen Folk-Pop-Beat aus. Und sogar eine dritte Komponente lässt sich auf dieser Scheibe noch ausmachen: es ist der psychedelische Kratzbürstenrock der 60er-Beat-Generation, der sich mit harzendem Gitarrenverzerrer und derbem, fast schon metallenem Rock den Weg ebnet. Das aber nur bei zwei Stücken, der Rest ist eher pop-affin und somit eine sehr abwechslungsreiche Mixtur, bei der Elektro-Folk im Vintage-Format mit aufgekratztem Fröhlichpop munter wetteifert. Etwas aus der Art geschlagen ist der Track „World Go Away“, denn da reitet plötzlich ein Sahara-Berber in der Person von Tinariwen-Sänger Iyad Moussa Ben Abderahmane durch die Prairie. Ein kurzer linguistischer Querschläger in einem ansonsten sehr stimmigen Album.

www.xixamusic.com