Neue Platten

Edi Nulz - An der Vulgären Kant

Genre: Jazz Experimental
Label: Unit Records (Harmonia Mundi )
CD; VÖ: - 12.02.2016

Mit Sprache gehen die drei Herren von Edi Nulz genauso unorthodox um, wie mit Musik. „Edi Nulz“ ist nicht gerade ein alltäglicher Bandname, dafür umso einprägsamer, ist man erst mal über ihn gestolpert. Das Debutalbum hörte auf den Namen „Ultrakarl“ und war in seiner Kühnheit nicht zu überhören. Es folgt nun „An der vulgären Kante” und auch hier gerät der unvorbereitete Hörer erst einmal gehörig ins Straucheln. Der zügellose Umgang mit Bassklarinette, Elektro-Gitarren und Schlagzeug ist eine ­stetige Gratwanderung zwischen peitschendem Eisregen und Jaques-Tati-Soundtrack. Um dies zu unterstützen geraten die meisten Titel (darunter solche wie „Ich wohne im Bonuslevel” oder „Kraftlatein”) zu Winkelzügen, die allen Regeln des musikalischen Anstands zuwiderlaufen. Dabei hat eigentlich alles Hand und Fuß. Nur ist die Interpretation dieser Begriffe eine komplett irrsinnige. Vieles scheint erst einmal komplett aus dem Ruder zu laufen, bevor sich der wirre Faden des Punkjazz wieder zu einem ordentlich geflochtenen Strick vereint. So etwas irritiert, macht aber auch irgendwo Spaß. Ganz sicher etwas für den anspruchsvollen und nervenstarken Musikgourmet.

www.edi-nulz.com