Neue Platten

Nils Kercher - Suku

Genre: Folk Westafrika
Label: Ancient Pulse Records (Broken Silence)
CD; VÖ: - 19.02.2016

Ein Albumcover soll neugierig machen, kann aber auch abschrecken - je nach vorhandenen Vorlieben oder Abneigungen. Trifft das Auge auf Nils Kerchers Album „Suku”, weiß das geschulte Auge eigentlich ziemlich schnell, wolang der Hase läuft. Weißer Mann mit westafrikanischer Kora, im Hintergrund eine Blondine, die einen Tonkrug auf dem Kopftuch balanciert, das alles vor einer windigen Meereskulisse. Riecht also stark nach Selbstfindungsmusik, nach introspektiven Meditations­rhythmen. Und genau dort muss man auch die Musik von Kercher verorten. Riecht man allerdings in das einstündige Album hinein, verliert sich allmählich der Duft von Patschuli und Moschus und ganz ordentlich gemachte Musik Marke Westafrika tritt in den Vordergrund. Kercher reitet schon seit längerer Zeit auf der Ethno-Welle und sein Herz und das seiner singenden Partnerin Kira Kaipainen schlägt schon seit mindestens 2009 für den Schwarzen Kontinent. Ihm geht es laut eigener Aussage vor allem um die Widerspiegelung seines eigenen Lebensweges und er will auch kein europäisches Imität von westafrikanischer Musik sein. Trotzdem klingen alle neun breit angelegten Stücke sehr nach westafrikanischer Tradition, zumal er als Gastmusiker den Koraspieler Oumar Barou Kouyaté aus Bamako im Gefolge hat, der mit seiner Gruppe Gambari erst kürzlich eine eigene CD herausgebracht hat. Dass Kercher selbst ein talentierter Kora- und Balafon-Spieler ist, kann nicht bezweifelt werden. Dennoch kommt man nicht umhin, seine cello-untermalte „poetische Weltmusik” mehr mit einem Dritte-Welt-Laden zu verbinden als mit ursprünglicher schwarzer Kultur.

www.nilskercher.com

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