Neue Platten

The Rough Guide to Bottleneck Blues Ed. 2 - (V. A.)

Genre: Folk
Label: World Music Network (Harmonia Mundi )
CD; VÖ: - 26.02.2016

Auch der Rough Guide kann sich nicht ständig neu erfinden und in unbegrenzter Zahl neue Themen aufreissen. Der Blues in seinen vielfältigen Erscheinungsformen taucht deshalb mit schöner Regelmäßigkeit bei den Neuveröffentlichungen auf. Hier nun also nach Edition 1 die Edition 2 des „Bottleneck Blues”, diesmal allerdings „reborn and remastered”.
Und wie es das Thema nun mal so will, werden auch hier wieder Schätze und Fundstücke aus der tiefen Vergangenheit ans Tageslicht befördert. Die Aufnahmen stammen alle aus einer Zeitspanne zwischen 1926 und 1940 und stellen die unterschiedlichsten Arbeitsweisen der alten Bottleneck-Heroen vor: Mal wurden die Gitarrensaiten mit einem Metallstück verkürzt, mal mit Glasscherben, mal mit Taschenmessern und manchmal sogar mit ganzen Knochen. Der so entstandene Sound war entsprechend unterschiedlich und kann hier anhand von insgesamt 25 Beispielen gut analysiert werden. Die Künstler selbst, bzw. deren Namen, waren mindestens genauso skurril. Neben bekannten Namen wie Bukka White, Leadbelly oder King Solomon Hill tauchen eine ganze Menge unbekannterer Sänger auf mit zum Teil abenteuerlichen Namen: Barbecue Bob, Black Ace oder Jim and Bob (The Genial Hawaiians). Das geographische Spektrum reicht entsprechend vom Mississippi-Delta über die Country-Plaines bis hin nach Polynesien. Auch die Fingerfertigkeiten der einzelnen Musiker waren höchst unterschiedlich, genau wie die Art, die Gitarre zu handhaben: mal wurde sie vor der Brust gespielt, mal auf dem Schoss. Stimmlich fällt vor allem das ausdrucksstarke Organ von Gus Cannon auf. Das beste an diesem Album ist jedoch die Soundqualität der alten Originalaufnahmen: kein Kratzen, kein Knistern. Perfekte Restaurierung also.

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