Neue Platten

Liima - Ii

Genre: Elektro
Label: 4AD/Beggars Group (Indigo)
CD; VÖ: - 18.03.2016

Efterklang + Tatu Rönkkö = Liima. Erstere eine dreiköpfige dänische Indierockband mit Basis Berlin, zweiter ein finnischer Pop- bis Avantegarde-Trommler mit einem ausgeprägten Hang zum musikalischen Expressionismus, der mit seinen langen Zumpeln immer auch etwas an den schlacksigen Mick Fleetwood von früher erinnert. Rönkkö ist inzwischen ebenfalls nach Berlin umgezogen.
Zu viert ist man halt weniger zu dritt und kann besser symbiotisch vorgehen. Vor allem, wenn es darum geht, Musik mit abgespecktem Gepäck zu veranstalten. Daher wurden lediglich Synthesizer, Bassgitarre, Drums bzw. Drum-Samples, etwas Gesang sowie eine Menge elektronischer Effekte benutzt, die ihrerseits zum Teil aus Field-Recordings generiert wurden. Ziel war es, eine neue, intuitive Dynamik zu erschaffen. In Berlin und Istanbul, in Finnland und auf Madeira wurden die zehn Stücke konzipiert und schließlich in Berlin fix zusammengenagelt.
Das Ergebnis klingt auf den ersten Hörer erst einmal einigermaßen holperig. Was aber bei dieser Art von Mucke nicht unbedingt ein Manko sein muss. Postrock älterer Baurart ist ja auch nicht gerade eine übermäßig kuschelige Angelegenheit. Düster bis kühl bis elektronisch-ambient ist die Atmo, verzerrte Basslinien treffen auf bizarre Hammerbeats und hin und wieder mischt sich eine Vokalspur unter das dichtmaschige Treiben. Dennoch erstaunlich, dass es trotz vorwiegend künstlicher Klangerzeugung immer wieder angenehm menschliche Harmonien zu entdecken gilt.
„Liima“ ist übrigens finnisch und bedeutet übersetzt „Klebstoff“. Vielleicht bleibt ja tatsächlich der eine oder der andere an diesem sorgsam konstruierten dänisch-finnischen Gesamtkunstwerk hängen, das trotz aller Synergien ein wenig überfrachtet anmutet.

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