Neue Platten

Stuart Staples - Leaving Songs

Genre: Indie
Label:Beggars Banquet (Indigo)
CD, VÖ - 26.05.2006

Einmal Tindersticks, immer Tindersticks, auch wenn Stuart Staples draufsteht. Das hat man nun davon, wenn man mit so einer Stimme gesegnet ist. Die bekömmlichste, weil ungefährlichste Schlaftablette seit der Erfindung von Vivinox hat sein zweites Solo-Album in die Welt gesetzt und selbige frohlockt erneut. 10 Songs und 37 Minuten sollten reichen, um einen sachte wiegend in einen Zustand der schwerelosen Glückseligkeit überzuführen, aus dem man nur ungern wieder retour geholt werden möchte. Staples „Art of Singing“ ist einzigartig und von seltsam bewegender Art. Hier auf ein neues zu meisterhafter Perfektion gebracht. Country-Musik auf britisch. Diesmal mit weiblicher Ergänzung/Unterstützung: Maria McKee beträufelt uns sachte mit klarer Stimme und bildet so einen fein akzentuierten Gegenpol zu Stuarts Nuschelorgan und Lhasa (de Sela) begibt sich zusammen mit dem Master of Melancholy auf einen sich leicht verflüchtigendenden Kondensstreifen voller Abschiedspoesie. Die Instrumentierung wie immer in Watte gepackt und sparsam angelegt, manchmal jedoch erstaunlich üppig, sogar mit angedeuteter Brass-Sektion, Saxophon, Hammond-Orgel und fideler Slide-Gitarre. Und dennoch: in der Summe geht’s, wie immer bei Staples, um die unergründlichen Tiefen der Traurigkeit, die der Engländer so herzergreifend beschreiben und vor allem besingen kann wie kein zweiter.

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