Neue Platten

Jain - Zanaka

Genre: Pop
Label: Spookland/Columbia (Sony)
CD; VÖ: - 18.03.2016

Wüßte man nicht, dass Jain eben Jain ist, dann könnte man sie auch glatt für eine Kreuzung aus Bianca Casady (CocoRosie), Zaz und Emiliana Torrini halten. Auf alle Fälle ist sie eine nicht zu übersehende und zu überhörende Newcomerin mit einem, vor allem in Frankreich, hoch beachteten Debutalbum, das dort bereits Gold eingefahren hat. Die Euphorie ist einigermaßen berechtigt. Denn was Jain (aus Toulouse) hier vom Stapel läßt, ist Sonnenschein-Pop vom Feinsten, dazu ungewöhnlich ungewöhnlich. Wohltuend anders eben als die Girlie-Konkurrenz um sie herum. Jain ist allem Augenschein nach ein kleines Multitasking-Talent, singt vergnügt und etwas kindlich auf englisch mit unverkennbar französischem Akzent, bastelt ihre Beats und programmiert vorwiegend mit eigener Hand und hat überhaupt sehr spleenige Ideen, die sie dank ihrer international gearteten Jugendzeit von Kinshasa („My heart is in Africa”) bis Abu Dhabi locker aus dem Ärmel schüttelt. Die zehn Stücke von „Zanaka” verströmen alle den Geruch von Musikbaukasten, hier mal geloopt, dort mal Beatbox, da mal ein wenig gerappt und am Ende ist auch noch sowas wie poppiger Reggae und Franco-Techno dabei. Das so zusammengeschraubte Songmaterial ist zudem noch extrem tanzbar, was vor allem ihre Altersgenossinnen frohlocken läßt.
Die Person Jain selbst ist durch ein ordentlich gebügeltes optisches Understatement geprägt, nicht nur weil sie nebenbei auch schon mal als Fashion-Modell posiert. Mit ihrem kleinen Schwarzen sieht sie aus wie eine Internatsschülerin, die es allerdings knüppeldick hinter den Ohren hat. Das macht ihre Musik natürlich doppelt interessant, denn da kommt alles anders, als man es von einer jungen Frau mit dieser Optik erwarten würde. „Zanaka” enthält gleich mehrere hitverdächtige Songs, ungewöhnlich viele für ein Debutalbum. Das lässt hoffen für die Zukunft.

www.jain-music.com