Neue Platten

Wavemusic Vol. 22 - (V. A.)

Genre: Lounge
Label: Wavemusic
Doppel-CD; VÖ: - 18.03.2016

Loungemusic-Compilations werden in der Regel so mal schnell zwischen Tür und Angel zusammengehustet und fertig ist der Lack. Es gibt aber auch ein paar Freaks, die sich etwas mehr Mühe machen und ein solches Produkt mit viel Aufwand und Anspruch angehen. Bei Wavemusic, der Hamburger Dependence von California Sunset Records / Los Angeles ist das zweifelsohne der Fall, denn deren Macher bezeichnen sich gerne als High-Class-Music Entertainer. Sie kleckern nicht, sie klotzen.
Warum man aber ausgerechnet bei der laufenden Nummer 22 der schon seit Ende der 90er Jahre laufenden Wavemusic-Classics-Serie noch einmal voll in’s PR-Business einsteigt, bleibt erst einmal ein Rätsel.
Wie dem auch sei, Volume 22 ist frisch auf dem Markt und kann mit hoher Qualität aufwarten, zumindest was Verpackung und Artwork dieser Doppel-CD angeht. Schließlich ist die Zielgruppe ein gehobenes Lifestyle-Publikum und für das ist das Beste gerade gut genug. Und das bedeutet Deluxe-Packaging, teilweise mit feinem Seidenpapier bezogen und in Deutschland handgefertigt. Bebildert wurde Volume 22 vom Fotografen Johannes Huwe. Sein Thema ist der „Race Of Gentlemen“, der alljährlich am Sandstrand von Wildwood/New Jersey mit PS-starken Vintage-Rennern stattfindet und dank seiner bizarren Motive ein gefundenes Fressen für einen ambitionierten Profi-Knipser ist, der die Extreme sucht.
Dies zur Haptik.
Musikalisch geht es dagegen weit weniger extrem zu. Loungemucke ist nun mal weit davon entfernt, Gänsehaut zu erzeugen oder kilometerweit in anspruchsvolle Tiefen abzutauchen. Sie soll einfach nur einigermaßen niveauvoll unterhalten und bestenfalls klanglich veredelt sein. Zumindest muss man den Machern von Wavemusic bestätigen, dass sie sich mit der 26-teiligen Setliste ein paar mehr Gedanken gemacht haben, als vielleicht die Konkurrenz. Umfangreiches Namedropping kann man sich hier aber weitestgehend schenken, denn außer Fat Freddy’s Drop, Mayer Hawthorne, Lianne La Havas, Josh Rouse oder Lisa Bassenge werden vorwiegend Musiker unbekannterer Herkunft abgerufen, die aber dennoch eine sehr entspannte Atmo zwischen Brasil, Soul, Pop und Jazzy abliefern.
Fazit: Wavemusic-Sampler bieten nicht nur was für’s Auge, sondern zeichnen sich auch durch einen ganz passablen, wenn auch massenkompatiblen, Musikgeschmack aus. Lounge ist eben einfach nur Easy-Listening-Unterhaltung für Nebenher, nicht mehr und nicht weniger.

www.wavemusic.de