Neue Platten

Dani Siciliano - Dani Siciliano

Genre: Indie Pop
Label: Circus Company (Rough Trade)
CD; VÖ: - 29.04.2016

Immerhin acht Jahre ist es nun schon her, seit die letzte Veröffentlichung von Dani Siciliano ins Angebot kam. Und angeblich soll die Amerikanerin während dieser Zeit nicht faul auf ihrer Haut gelegen haben. Dafür allerdings ist das, was nun zur Debatte steht, nicht unbedingt geeignet, Liebe auf den ersten Blick hervorzurufen und es stellt sich die Frage, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, mehr aus dem Bauch heraus zu arbeiten, als über Jahre auf ein Endergebnis hinzufrickeln. Der erste Höreindruck jedenfalls ist ein etwas schwieriger. Verwirrend bis überambitioniert klingt vieles. Denn was vor allem auffällt, ist erst einmal eine Verkettung von Soundschnipseln, denen der verbindende Klebstoff fehlt.
Also noch mal von vorne hören, alles auf Anfang. Schließlich hat man es ja hier mit einer namhaften Künstlerin zu tun. Zumindest das erste Stücke „Why” wiederholt aber das bereits gewonnene leicht disharmonische Gefühl. Das legt sich dann ein wenig beim zweiten Stück „Take Two”. Aber auch hier gilt, wie woanders: lässt man die teilweise überbetonten elektronischen Gimmicks mal beiseite, bleibt die Vokalarbeit von Dani eher dünn. „Blink” arbeitet mit artifiziellen Bläsern und vermittelt ein leichtes „Moloko”-Feeling, ohne allerdings an die Hits dieser Band anknüpfen zu können. „I’m the Question” wurde als Single bereits in Umlauf gebracht und gehört ebenfalls in die Kategorie Klötzchensounds. Der erste wirklich interessante Song hat die laufende Nummer sieben, nennt sich „Dragons” und überzeugt durch weiche Harmonien und eine durchgängige, geheimnisvolle Stimmungslage. Dieses charmante Niveau hält sich dann allerdings bis zum Schluss. Resumée: Dani Siciliano war offensichlich in den letzten Jahren einem Ideen-Tsunami ausgesetzt, der sich nicht recht bändigen ließ. Mindestens 50% der Songs fehlt etwas der Flow bzw. der rote Faden. Zu offensichtlich und zugleich etwas unfertig präsentieren sich die Versuche, zum hohen Standard ihres Ex-Ehemanns und Sound-Verwalters Matthew Herbert aufschließen zu wollen.

www.dani-siciliano.com