Neue Platten

Fraser Anderson - Under The Cover of Lightness

Genre: Indie Pop
Label: Membran Records (Membran)
CD; VÖ: - 29.04.2016

Fraser Anderson gehört eher zu den ruhigeren Zeitgenossen, ganz wie es sich für einen Schotten gehört. Seine Alben heben sich wohltuend vom lauten Geschehen der Hitparaden und der extensiven Bewirtschaftung in den sogenannten sozialen Medien ab. Fraser Anderson hört man am besten nach Feierabend, zur blauen Stunde oder morgens im Bett. Eigentlich ist der gute Mann in der Singer/Songwriter-Schublade zuhause, hat sich aber für sein viertes Album mit minimum 13 Helfershelfern umgeben, die ihm abwechselnd zur Seite stehen und die dem knappen Dutzend Songs zu einer fast durchgängig vorhandenen Bandstruktur verhelfen. Gleich zu Beginn setzen Blechbläser warme Akzente und im weiteren Verlauf reichern elektronische Effekte das Geschehen an. Aber auch Cello, Geige, keltische Flöte und Harmonica sorgen für feinsinnige Stimmungsbilder. Immer wieder drängen sich Vergleiche zu Nick Drake auf, aber auch der Sound von Portishead schimmert dann und wann durch. Dazu Andersons beschwörende Stimme, die zwischen Melancholie, Hoffnung und zarter Poesie wechselt. Anderson selbst behauptet von seinen Songs „these are the strongest set of songs I’ve ever written”. Dass das keine Übertreibung ist, kann man schon nach ein paar wenigen Stücken erkennen, spätestens aber nach 38 Minuten, wenn der letzte Ton verklungen ist. Fraser Andersons Musik ist erfrischend unprätentiös, überraschend ehrlich und künstlerisch ambitioniert. Was will man mehr.

www.fraseranderson.com

Der Vorgänger:
Little Glass Box