Neue Platten

Jessica Sligter - A Sense of Growth

Genre: Indie Pop
Label: Hubro (New Arts International)
CD; VÖ: - 12.02.2016

Wodurch zeichnet sich „experimenteller Pop” aus? Sicherlich einerseits dadurch, dass einem beim Hören eine gewisse Komfortzone geboten wird, andererseits dadurch, dass das Hörerlebnis nicht durch platte, flache oder banale Kommerzsounds getrübt wird, die Sache also einen gewissen künstlerischen Anspruch hat. Bei Jessica Sligter greift diese Definition in verblüffener Weise, denn ihre musikalischen Einspielungen können einem unter die Haut gehen. Schon ihr Album Fear And The Framing von 2012 war bereits eine kleine Offenbarung, der Nachfolger ist es erst recht.
„A Sense of Growth” dauert zwar gerade mal nur 34 Minuten, verteilt auf sieben Songs, dafür sind diese um so eindringlicher. Allein schon die Stimme der in Norwegen lebenden Holländerin betört durch eine selten anzutreffende Phrasierung und expressive Tiefe. Und dann natürlich das instrumentelle Umfeld. Das reicht von Elektronik bis Akkordeon, von Saxophonen bis Klarinetten, von Piano bis Gitarren und Geigen. Dazu eine Vielzahl von Chor-Sängern, darunter auch Jenny Hval.
Es ist spannungsgeladene, sehr intelligent durchkomponierte Musik, die zwischen Psychedelia, Sakralem und Anspruchspop wechselt. Ein ähnliches, vergleichbar intensives, Hörerlebnis hatte Rebekka Karijord bereits im Jahr 2012 abgeliefert.
Jessica Sligter sollte man auf jedem Fall im Auge behalten.

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