Neue Platten

Skadedyr - Culturen

Genre: Indie Jazz
Label: Hubro (New Arts International)
CD; VÖ: - 20.05.2016

Das 12-köpfige Ensemble Skadedyr gehört ganz sicher zu den etwas unorthodoxer aufspielenden Bands Norwegens. Es versucht zumindest ständig, neue Richtungen auszuprobieren, etwas bislang noch nicht Dagewesenes zu realisieren und alte Hörgewohnheiten auszuhebeln. Ein lobenswerter Vorsatz gewiss, der aber leider auch oft in Unverständlichkeiten ausartet. So wie ein vermeintlich schöpferischer Maler, der mit zittriger Hand und ein paar unkoordinierten Bewegungen eine angeblich gelungene Kreation entstehen lässt, über deren Substanz es sich dennoch trefflich streiten lässt.
Das kreative Dutzend nutzt vor allem auf den drei längeren Stücken (alle zwischen neuneinhalb und knapp elf Minuten Spielzeit) alle Möglichkeiten, mit Unterstützung von weiblichen Vocals, Blech-Gebläse, Piano, Geigen und Gitarren vertrackte Rhythmen und perkussiven Zickzack zu einem sinnmachenden Klanggemälde zusammenwachsen zu lassen. Das ergibt dann nicht selten eine Verbindung aus Experiment, Fleischwolfmusik und melodiösen Anwandlungen, zu der man nur selten einen wirklichen Zugang finden kann. Der längste Track „Trålertrall“ zum Beispiel bewegt sich erst einmal zu zwei Dritteln im digitalen Knuspermodus, bevor es dann ganz am Ende zu einem brauchbaren Hörerlebnis kommt. Das brauchbarste Stück ist der Titeltrack „Culturen“, ein pikanter Cocktail aus spoken word, Neofolk und progressivem Popjazz.

www.hubromusic.com

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Kongekrabbe