Neue Platten

Anthony Joseph - Caribbean Roots

Genre: Indie Pop
Label: Strut/Heavenly Sweetness (Indigo/K7)
CD; VÖ: - 10.06.2016

Also wenn Anthony Joseph etwas NICHT kann, dann ist es singen, obwohl er doch zu den etwas ruhmreicheren Pop-Artisten der alternativen UK-Szene gehört. Muss er aber auch nicht, denn er ist ja auch in erster Linie Lyriker, Poet, Schriftsteller und dann erst Musiker. Und er hat immer eine ganze Menge zu erzählen. Neuestes Beispiel: Sein Album „Caribbean Roots“, das randvoll ist von Spoken-Word-Eruptionen, die er zusammen mit ein paar erlesenen Musikern kunstvoll zu einer ausgedehnten Querfeldeinreise durch Afrika und die Karibik verpackt.
Aber auch hier ist nicht immer alles Gold, was vordergründig glänzt. Manchmal übertreiben es er und seine Musiker ein wenig mit dem Willen zur opulenten Aussage. Gegen Ende des ersten Tracks zum Beispiel oder bei dem Titel „Drum Song“ verheddern sich vor allem der Saxophonist Shabaka Hutchings (siehe Heliocentrics) und Jospeh in einem wechselseitigen, expressionistischen Tohuwabohu, das teilweise konfuse Züge annimmt. Dagegen stehen wiederum Stücke, bei denen Spoken-Word und instrumentelle Performance bestens harmonieren. Dann brillieren Steel-Drum, leichte Perkussion und Trompete, der Word-Flow wirkt entspannt und ihm ist leicht zu folgen. Von Songs wie „Slinger“ oder „Powerful Peace“ hätte man auf diesem Album ein paar mehr gebrauchen können. Und auch der Afrobeat kommt als stilprägendes Element außerordentlich funky rüber.
„Carribean Roots“ ist folglich, trotz der vorhandenen Schattenseiten, ein insgesamt ziemlich anspruchsvolles Machwerk.

www.anthonyjoseph.co.uk


Unter der Mitwirkung von Anthony Joseph:
Brzzvll - Engines
Mop Mop - Lunar Love
Mop Mop - Isle of Magic