Neue Platten

Raphael - Reggae Survival

Genre: Reggae
Label: Sugar Cane Records (Galileo MC)
CD; VÖ: - 24.06.2016

Dass sich Raphael als „Dread inna Babylon” fühlt (so der erste Titel seiner CD), kann man gut nachvollziehen, lebt er doch als halber Afrikaner (Vater aus Nigeria, Mutter aus Savona) mitten in Italien und verbreitet von dort aus seine rastafarigen Thesen. Inzwischen hat er sich in der Italo-Reggae-Szene gut etabliert, zu seinem engeren Freundeskreis zählen beispielsweise auch Vitale Bonino aka „Bunna” und Francesco Caudullo aka „Madaski” von der italienischen Reggae-Veteranenband „Africa Unite”.
Raphaels Album „Reggae Survival” ist in seiner Machart und vom Konzept her ein klassisches Offbeat-Album ohne Fehl und Tadel, mit starkem jamaikanischem Stallgeruch. Die Instrumenierung stimmt, die Riddims sowieso und Raphael selbst toasted sehr authentisch. Natürlich immer mit dem in dieser Branche üblichen sozialpolitischen Anspruch, den man ihm abnehmen kann oder nicht, schließlich hat fast jeder Reggae-Sänger, der etwas auf sich hält, gewisse „revolutionäre” Messages im Gepäck. Raphael jedenfalls verpackt alles sehr klug in seinen Songs und auch das mit dem Patois, dem typisch jamaikanischen Slang, haut ziemlich gut hin. Um seine politische Correctness weiter zu unterstreichen, hat Raphael kleine „Skits” (also Samples) zwischen die Songs gepackt, wo kurze Zitate von Fela Kuti und José Mujica eingespielt werden. Der eine, der große Afrobeat-Kämpfer aus Raphaels Heimat Nigeria, der andere legendärer Staatsmann aus Uruguay (2010 bis 2015), der vor allem durch sein soziales Engagement auffiel. Wir haben es also bei Raphael durchaus mit einem respektablen Reggae-Musiker zu tun, der seinen Job ernst nimmt und einen feinen Rootsreggae-Instinkt unter den Dreadlocks hat.

www.mynameisraphael.com